Moms made – ein neuer Auftrag

 Hallo Ihr treuen Leser,

nun ist das Osterfest bereits Geschichte …

und damit kann die letzte Auftragsarbeit auch veröffentlicht werden.

Meine liebe Tochter hatte einen spontanen Osterwunsch, welchen sie aber nur zögerlich preisgeben wollte. Sie war nämlich der Meinung, dass die Zeit viel zu kurz sein könnte 😉 Dabei ist doch ein ganzer Monat mehr als ausreichend, um einen Sommermantel (Trenchcoat) in hellblau oder rosa zu „bauen“!

Glücklich über den neuen Auftrag ging ich so gleich an die Suche nach dem passenden Schnitt. Inzwischen habe ich einige Burda-Zeitschriften angesammelt, aber erfahrungsgemäß ist der geniale Schnitt zumeist nicht dabei. Daneben recherchierte ich alles zum „Trenchcoat“, denn irgendwie hörte sich die Kurzbeschreibung von Linda so an.
Trenchcoat: -zweireihig, Bindeband, Schulterklappen, Flügelteile an einer Schulter, im oberen Rückenteil ebenfalls doppellagig -. Hier erfolgte nun doch ein Anruf zum Abklären mit dem Ergebnis: lieber einreihig und doch eher ein Sommermantel, nicht länger als handbreit überm Knie!
Damit fiel meine Entscheidung auf den Schnitt in Burda style 12/2011 Mantel 104. Also erneut diese Ausgabe. Ich fand sie bereits beim Kauf sehr ansprechend – das ist nämlich nicht immer der Fall.

Überraschenderweise war der Stoff und das Futter schnell gefunden –
Definition von schnell: mehrmals um die Stofftische geflitzt, mehrere Ballen angegrabbelt um plötzlich zwischen Blusenstoffen den passenden Stoff in den Händen zu halten –
Ich war von dem Stoff absolut begeistert. Nicht ganz so klar war mir, ob meine Auswahl des Farbtones „rosa“ den Vorstellungen meiner Mausi gerecht werden würde…Das Risiko erschien mir jedoch gering und mit dem Wissen, bisher immer richtig gelegen zu haben, wurde der Stoff gekauft. Angemerkt sei hierbei, dass der Stoffballen damit ausverkauft war 🙂 und somit hatten schon Leuten vor mir gefallen am Stoff gefunden – ein weiteres positives Signal.

Und damit blieben mir noch fast 2 Wochen bis Gründonnerstag, also noch unendlich viel Zeit zur Umsetzung.

Samstag – endlich alle Hausarbeit erledigt – Zeit für, s Nähen. Während ich mit dem Zuschneiden beschäftigt war,

erfüllte mir mein Steffen einen Herzenswunsch und verlängerte mit seinem Einsatz das Leben meiner Maschine um hoffentlich weitere 10 Jahre 🙂 Zunächst entkeimte er alle beweglichen Teile unter Verwendung von Brennspiritus um anschließend alle Teile in frischem Öl zu baden.

 

Das Ergebnis konnte sich sehen und vorallem hören lassen:

 

Meist arbeite ich mit einem Grundschnitt und nehme individuelle Veränderungen nach meinem Geschmack und den Ausbildungskenntnissen vor.

Zuerst musste ich etwas Weite in den Mantel bringen, denn Bindegürtel war absolute Bedingung meiner Tochter. Mein ausgewählter Grundschnitt (der passendste Schnitt aller Zeitungen) war nämlich ein enger Mantel.
Hierfür verbreiterte ich die Seitenteile leicht und schnitt das Rückenteil mit einer Falte und einem Schlitz zu (auf dem Zuschnittbild gut zu erkennen). Für den Schlitz fand ich in der Burda style 2/2011 Mantel 125 die perfekte Vorlage. Dazu kam, dass mir die Teilungsnähte im Vorder und Rückenteil zu viel waren. Ich legte alle einzelnen Teile des Papierschnittes aneinander und im Vorderteil wurde die (Brust-)Weite durch einen Abnäher ersetzt. Zusätzlich wollte ich den unifarbenen Stoff durch kleine „Hingucker“ aufpeppen…

Zwischen Vorderteil, Seitenteilen und Rückenteil legte ich einen Paspel ein. Ganz clever nahm ich dafür den Stoff von links 🙂 und somit hob sich der Paspel ziemlich harmonisch ab.
Ein positives Signal von meinem kritischen Steffen ermutigte mich anschließend für weitere kleine Details…

                                     Hier erst einmal alles Probe gesteckt…

Für die Taschen mit Taschenbeutel in XXL wählte ich  Pattentaschen. Ich musste schon etwas staunen, dass mir diese nach über 24 Jahren noch so locker von der Hand gingen. Auch hier ist die untere Seite „links“.So langsam nahm mein Mäntelchen Formen an.

Der Vorteil an einem eingenähtem Futter…alles unsaubere kann somit versteckt werden. Obendrein muss keine einzige Naht versäubert werden. Ich liebe es daher, Futter einzunähen. Zuvor muss es aber wie hier zu sehen, eingepasst werden. Das Einnähen kommt so ziemlich zum Schluss.

Etwas Sorge bereitete mir immer die Größe! Bisher habe ich meine Mausi noch nicht „Maß genommen“ und daher bin ich oftmals am Schätzen! Johannes, der bislang zur Anprobe hinhalten musste, ist nun größer und inzwischen offensichlich auch im Kreuz breiter…Jedenfalls saß der Mantel bei seiner Anprobe einfach schrecklich und mir wurde Angst und Bange.
Hilfsweise zog ich mir daher den Mantel an, aber leider trage ich keine Gr. 34 mehr. Mit etwas Mühe (Schultern zusammenquetschen und Bauch einziehen) kam ich zu dem Ergebnis, dass ihr der Mantel passen müßte – bleibt wie immer nur – abwarten – oder eine weitere Puppe in Gr. 34, aber dann müßte ich gerechterweise auch eine in Gr. 56 (Herren) hinstellen 🙂

Erinnert Ihr Euch noch an das schwarze Cape? Da hatte ich ein rotes M eingestickt – meine persönliche Note (M = Mama). Meine Mausi interpretierte dieses M so gleich mit „Moms made“. Das fand ich gut und will es auch beibehalten und somit erklärt sich auch meine Überschrift für Euch.

Ein doppeltes M , mit Heftstich verewigt und natürlich unauffällig gewählt.

Am Mittwoch vor Ostern war noch viel zu tun, vorallem die Feinheiten wie Futter einnähen, Knopflöcher, Knöpfe annähen… Daher wurde bis kurz vor Mitternacht genäht und am freien Donnerstag gleich nach dem Frühstück die letzten Stiche vollführt!

Vorderteil, die Gürtelschlaufen habe ich zusätzlich mit dem Knopfannäh-Stich verziert,

in der hinteren Lasche findet sich der Paspel  nochmals  wieder.

 
Damit konnte der Mantel rechtzeitig für den Osterhasen verpackt werden…und wurde auch erfolgreich im Wald gefunden….


Nun musste ich mich nur noch bis nach unserem traditionellen Familienostereiersuchen (insgesamt in diesem Jahr 23 Personen) gedulden. Farbe und Form haben ihr sofort gefallen – phuu – dann musste er nur noch passen 🙂

Davon hatte ich Euch noch gar nicht erzählt. Ich habe passend zum Mantel noch einen Jerseyschlauch genäht. Nun, da ich eine Jerseynadel besitze, traue ich mich endlich auch an dieses Material 🙂

Hier das Ergebnis in Gänze…meine Mausi freut sich über ihr neues Stück, welches zukünftig in Frankfurt ausgeführt werden wird. Ich musste auch nichts ändern!
Das könnte demnach bedeuten, dass ich noch annähernd die Größe 34 trage :))

 

Sooo und was mache ich nun???? Erst einmal Band IV „Biss zum Ende der Nacht“ auslesen….

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