Bevor hier etwa Neid entsteht…es war sehr kalt, sowohl im Wasser als auch in der Luft. Auch ich warte sehnsüchtig auf Sommer. Wenn er dann endlich da ist, werde ich mit Freude meinen Overall tragen. Die Chancen auf ein Lieblingsoutfit stehen gut.
Das der Schnitt bereits aus dem vergangenen Jahr ist (Mai/Juni2016), stört ganz sicher nicht. Noch immer sind Overalls und Culottes in den aktuellen Schnittzeitschriften zu sehen. Im Übrigen war das hier eine Schnittpremiere. Zum ersten Mal habe ich einen Schnitt aus der La Maison Victor (LMV) umgesetzt. Dementsprechend vorsichtig und natürlich auch skeptisch habe ich mich an den Zuschnitt gewagt. Bei den Schnittbögen war gleich mal Umdenken angesagt. Ich bin ja bislang die absolute burda Schnitt Näherin gewesen und da unterscheiden sich die Bögen bereits erheblich. Nachdem ich das System verstanden hatte, muss ich doch tatsächlich einräumen, dass LMV viel übersichtlicher gestaltet ist. Wundern musste ich mich allerdings über die fehlenden Kniepunkte.
Während der Overall in der LMV relativ körpernah gezeigt wird, habe ich mich für eine etwas legerere Form entschieden. Der Bund liegt also nicht eng an und auch im Oberteil habe ich genügend Weite, so dass eine Sommerbriese gut für Abkühlung sorgen kann. Ich habe daher einfach mehr Nahtzugabe an den Seitenkanten von Oberteil, Bund und Hose berechnet.
Das Oberteil einschließlich des Bunds habe ich doppelt zugeschnitten, so sieht der Anzug von links sehr sauber aus und außerdem erhält das Oberteil damit etwas mehr Stabilität. Ein weiterer Pluspunkt sind die damit verbundenen sauberen Ausschnittkanten, sowohl am Hals als auch an den Armen. Was unbedingt auch mit eingearbeitet werden musste, sind die Seitennahttaschen. Das macht sich schon beim Fotografieren gut und ich liebe Hosentaschen.
Natürlich habe ich hier das Muster nicht beachtet. Der Stoff muss auch noch für meine Tochter reichen und so viel Aufwand für ein legeres Sommerteil wollte ich nicht betreiben. Ich halte es außerdem nicht für unbedingt notwendig.
Wen kann ich damit inspirieren? Der Schnitt ist wirklich empfehlenswert und sofern mir ein passendes Stöffchen in die Finger kommt, werde ich zum Wiederholungstäter. Bevor ihr euch jetzt in den Bildern verliert, noch eine letzte Erinnerung, eine letzte Bitte ein Anliegen aus tiefstem Nähherzen, aus tiefster Nähleidenschaft:
Noch immer kämpfe ich mit meinem Leinenanzug um einen Platzierung der 20 Besten des burdastyle Talents. Mir stehen weder Studienjahrgänge noch Schulklassen oder Nähkursteilnehmer zur Verfügung. Meine Arbeit hat nicht mal im entferntesten Sinne etwas mit Mode, Nähen, Trends oder Ähnlichem zu tun. Mein gesamter Blog ist mit meiner Leidenschaft fürs Nähen gefüllt. Wenn euch neben meinem Anzug auch Leidenschaft überzeugt, dann votet für mich.
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Wie ihr seht, arbeite ich zu gern mit Heftfaden. Den Bund habe ich dann auf der linken Seite mit Hand staffiert. Das wird definitiv sauberer als ein Steppstich mit der Nähmaschine, so jedenfalls meine Erfahrung. Sehr gut sind auch die Ausschnittkanten zu sehen. Also macht euch die Mühe und näht das Oberteil zweimal.
Bis bald,
Birgit
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