
Bei einem Schaufensterbummel in der Nähe der Goethestraße in Frankfurt sah ich einen zweiteiligen Hosenanzug aus grauem Leinenstoff, sportlich-chic, so wie ich es gern mag. Vermutlich wäre er für mich unerschwinglich gewesen. Da mir dieser Anzug nicht mehr aus dem Kopf ging, suchte ich im Internet nach einem ähnlichen Stoff und wurde bei Stoffekontor fündig. „Verwenden sie diesen edlen, italienischen Leinenstoff mit Baumwolle – den auch das italienische Luxus-Label Bottega Veneta in seiner Kollektion hat – für allerbeste, klassische Kleidungsstücke…“. Als dieser italienische Leinen bei mir eintraf, war ich absolut begeistert und froh, dass das viele Geld gut angelegt war. In meiner inzwischen umfangreichen burdastyle Zeitschriftensammlung habe ich sogar annähernd dem Schaufenstermodell ähnliche Schnitte gefunden.
Zufällig wurde in der burda easy FS/2017 Vlieseline und deren Anwendungen vorgestellt. Ich wählte daraus die Vliesline H609. Ich wollte dem Blazer Stand geben, aber dennoch sollte die Charaktereigenschaft eines leichten Sommerstoffes erhalten bleiben. Ich bin absolut begeistert von dieser Vlieseline und kann sie euch wirklich empfehlen. Auf den Bildern könnt ihr sicher den fließenden Fall erkennen, obwohl der gesamte Blazer mit der Vlieseline fixiert ist.
Das der Stoff nicht ganz preiswert war, könnt ihr sicher erahnen. Vermutlich habe ich mir deshalb ganz besonders viel Mühe gegeben und außerdem wollte ich ein perfekt genähtes Kleidungsstück. Natürlich wurden die Knopflöcher mit der Hand gestochen. Zuvor habe ich allerdings das Augenknopfloch mit der Maschine genäht. Nicht einfach spontan, auch das wurde zuvor mehrfach am Stoffrest probiert. Das Futter ist am unteren Saum komplett mit der Hand angenäht.
Obwohl ich inzwischen schon einige Ärmel eingenäht habe, gelingen sie definitiv nie beim ersten Einnähen. Meist brauche ich zwei – drei Anläufe, manchmal sogar mehr. Wie oft es hier der Fall war, weiß ich nicht mehr so genau, allerdings bin ich auf diese Armkugel wirklich mega stolz und muss ihr daher noch ein separates Bild widmen:
Einiges zu der Entstehung habe ich bereits hier veröffentlich. Gern könnt ihr auch dort noch einmal nachlesen.
Für den Blazer habe ich das Modell 112B aus der 3/2015 der burda style verwendet. Am Schnitt habe ich nichts verändert. Das Hosenmodell (Modell 111 aus der 8/2016) habe ich ein wenig abgeändert. Nicht nur der Bund wurde tiefer gesetzt, ich habe auch die Leibhöhe etwas minimiert und die Hosenbeinlänge leicht gekürzt. Während des Entstehungsprozesses veröffentlichte burda dann seinen Talentwettbewerb und dabei ist dann die Idee gereift: „Warum nicht für Paris?“
Selten habe ich mich so stylisch angezogen gefühlt. Unabhängig von der Herstellung, hätte ich wohl die Auswahl der Schnitte und des Stoffes nicht perfekter für mich wählen können. Ich bin von meiner Arbeit bis ins Detail begeistert und zeige euch daher liebend gern mein neues Outfit. Schade das ihr ihn nicht anfühlen könnt…Vielleicht kann ich euch mit meinen Bildern zum Nachahmen inspirieren. Eure Fragen beantworte ich euch gern.
Und weil ich mich mit diesem Outfit nicht nur in Frankfurt, sondern garantiert auch in Paris passend gekleidet fühlen würde, nehme ich damit am burda style Talentwettbewerb teil. Wenn ihr gleichermaßen begeistert von meinem Hosenanzug seid und ich euch vielleicht inspirieren konnte, dann würde ich mich über eure Stimme sehr, sehr freuen.
Bis bald,
Birgit
Die Bluse habe ich dann auch noch schnell passend zum Anzug genäht, ein burda Schnitt – was sonst.
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