Die aufmerksame Leserin wird meine „Farbexplosion“ vermutlich direkt bemerken. Was ich mir bei diesem Stoff gedacht habe, konnte ich schon nach abschließender Bestellung nicht mehr erklären. Die dunklen Farben sind nun gerade nicht mein Beuteschema. Zu meiner Verteidigung: Es ist ein Liberty Tana Lawn zu einem angenehmeren Preis, also schon etwas Besonderes. Christina, von Bara-Studio hat sich ganz sicher über meinen Einkauf gefreut und nun ja, das macht mich auch glücklich.
Habe ich dieses Outfit gebraucht? Nein. Erst in der vergangenen Woche habe ich meinen Kleiderschrank auf Sommer umgeräumt. Ich habe viel zu viele Sommersachen. Einzig bei Shirts (und Laufbekleidung) gibt es Bedarf. Mit meiner Erkenntnis des vollen „Sommer“-Kleiderschrankes wusste ich, dass der bunte Tana Lawn in den tiefen meines Stofflagers verschwinden wird, wenn ich ihn nicht zeitnah vernähe. Bestenfalls würde er sich irgendwann als Mantelfutter wiederfinden. Natürlich ist er auch als Mantelfutter eine Augenweide, allerdings dann wiederum eine exklusive Verwendung. Das galt es zu vermeiden, denn im Lager tummeln sich auch Unmengen an Stoff.
Es stand also die Frage im Raum, was ich mir daraus nähen könnte. Unzählige Male hatte ich die vielen Meter Stoff bereits um meinen Körper geschlungen mit dem Ergebnis, dass gesichtsnah nicht in Frage kommen wird und Kleider von mir zu selten ausgeführt werden. Beim sehr spontanen Kauf hatte ich einen sommerlichen Zweiteiler in Kopf und erwarb dementsprechend eine großzügige Menge. Für (nur) eine Shorts wäre der Rest also noch immer üppig. Röcke finden sich aus Gründen nicht in meinem Kleiderschrank. Wie wäre es aber mit einem erste Hosenrock, so mein Gedanke.
Tatsächlich begann ich mit der Suche nach einem Schnittmuster und konnte bei der Vielzahl keine Entscheidung treffen.
Tage später erinnerte Nicole von „Septemberfaden“ in ihrer Instagram Story an eines ihrer genähten Outfits. Manchmal kann es ganz einfach sein. Ich nahm sämtliche „Winslow Culottes“, die ich unter dem entsprechendem Hashtag finden konnte, in Augenschein und war mehr als neugierig. Schade, dass ich keinen Blog Post zur Hose finden konnte, denn von Helen,s Closet hatte ich bislang noch kein Schnittmuster umgesetzt. Ich vertraute auf Nicole denn immerhin hatte sie dieses Schnittmuster schon zweimal verwendet.
Der Vorteil der „online“ Schnittmuster, sie stehen direkt zur Verfügung. Der Nachteil: Ihr kennts, man investiert wertvolle Zeit ins Kleben.

Die Winslow Culottes sieht zwei Varianten vor und ich wählte das Modell mit den tiefen Falten. Wegen des Materials und des für mich sommerlich anmutenden Musters entschied ich mich für die Midi Länge (+ 5 cm). Änderungen in der Passform waren nicht notwendig. Die Bebilderung in der Anleitung ist gelungen und mehr als ausreichend. Zudem gibt es natürlich die Beschreibung in Textform. Wenn das Schnittmuster nun noch einen Formbund gehabt hätte, wäre es perfekt.
Die Culottes war schnell fertig und dann stand die große Frage im Raum, was dazu anziehen. Mit farblich passenden (engen)Tops fühlte ich mich unwohl. T-Shirts wären eine solide (unaufgeregte) Alternative und als „Notlösung“ geeignet. Für Me Made Mittwoch wollte ich eine, zumindest für meinen Geschmack, vollkommenere Gesamtoptik.
Ich probierte einige Oberteile aus den vergangenen Jahren,um eine Optik zu finden, die überzeugt. Meine cropped Blusen punkteten ganz klar, zumindest für mich. Vor dem Zuschnitt einer weiteren Kristy erinnerte ich mich an ein geliebtes altes Blusen Schnittmuster aus der Burda easy F/S 2016. Dieses hatte ich mehrfach umgesetzt und meine Carmen – Blusen wurden allesamt bis zum Verschleiß geliebt und getragen. Zeit für eine Wiederholung.
Während des Nähens kam mir der Gedanke, den Ausschnitt mit Gummiband zu versuchen. Ähnlich einem in der Nähszene sehr begehrten Schnittmuster. Irgendwann kaufe ich mir das Objekt der Begierde auch, bis dahin wird nun meine gehackte Version der Carmen Bluse aus der Burda easy genügen :). Ich habe bei dem Schnittmuster die Länge großzügig gekürzt, viel mehr Weite zugegeben und auch den Ärmel etwas verlängert. Der Stoff ist aus dem letzten Jahr und ein Label habe ich wegen der schnellen Erkennung von Vorder- und Rückseite gern ergänzt.
Ich liebe was ich sehe – Potential zum Lieblingsstück.
Wie ich mich in meinem ersten Hosenrock fühle werde, bleibt abzuwarten. Lasst mir gern ein paar Komplimente da, das machts möglicherweise leichter :).
Was bin ich dankbar, dass MMM auch den ersten Donnerstag im Monat den roten Teppich für unsere Outfits parat hält. So kann ich mich unter all die nähbegeisterten Frauen mischen und bestenfalls zur neuen Coulotte inspirieren. Melanie begrüßt das Monatstreffen mit einer sommerlichen Kollektion von Shirts und Hosen. Allein die Farben sind mein Beuteschema. Vielleicht gibt es auch Hinweise zu ihren Jersey-Einkäufen, ich bin gespannt.
Sorry für die dunklen Fotos…es war gestern ziemlich bewölkt und sehr kalt. Dabei konnte ich feststellen, dass ein Sweater drüber eine gute Alternative ist :).

Was ich unbedingt noch sagen wollte: Meine Bomberjacke – ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich es bisher ohne diese Jacke aushalten konnte ;). Wer für den kommenden Herbst/Winter noch ein SM sucht, ich kann es nur nochmals von Herzen empfehlen ;).
Nochmals Danke an das Team von Me Made Mittwoch und ganz besonders für eure Idee der zweitägigen Möglichkeit zur Teilnahme.
Liebst
Birgit














