In meinem Lieblingsstoffgeschäfte hielt ich ein Stück italienischer Seide in den Händen. Was für ein Traumstöffchen, dachte ich. Gleichzeitig war mir bewusst, dass die Verarbeitung von Seide nun gerade nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung zählt. Mit dem Gedanken an meine neue Nähmaschine und der Lobpreisung des Verkäufers, dass die Maschine auch mit Seide kein Problem hat, war der Stoff gekauft.
Dann folgten Überlegungen, wie ich das Stückchen Stoff (1 Meter) am vorteilhaftesten einsetzen könnte. Unbedingt wollte ich den Druck weitesgehend vollständig erhalten. Damit schränkten sich die Möglichkeiten, auch wegen der geringen Stoffmenge, erheblich ein. In meiner burda – Ausgabe April/2016, Modell 108 A fand ich einen geeigneten Schnitt. Um die Seide effektiv einzusetzten, kaufte ich eine farblich passende Viskose. Ich habe also Vorder- und Rückenteil im oberen Bereich quer geteilt und die Viskose für das vordere und rückwärtige Oberteil verwendet. Das sogenannte Rockteil ist aus dem Seidenpaneel entstanden und mit dem Einlegen einer Falte konnte ich auch den Druck vollständig erhalten. Die Ärmel sind ebenfalls aus Viskose und nicht ganz so lang wie im Schnitt geplant. Den im Vorderteil vorgesehenen Schlitz habe ich nicht umgesetzt. Meine Angst, dass der Ausschnitt nicht so toll wie beim Modell anliegen könnte, war einfach zu groß. Erstmalig seit Ausbildungsende habe ich französische Nähte verwendet. Das Material hätte mir die Versäuberung mit der Overlook vermutlich übel genommen.
Natürlich ist mein Kleid mit Ausnahme der Ärmel abgefüttert.
Zwingend muss ich beim nächsten Mal beachten, die Nahtzugabe etwas großzügiger zuzuschneiden. Im vorderen Oberteil gibt es beim „Brust raus strecken“ leichte Spannungsfalten. Das ärgert mich etwas, kann aber leider nur noch mit leichter Diät korrigiert werden…Dennoch lässt das Kleid auch sportliche Bewegungen zu, wie ihr hier sehen könnt.
Liebste Grüße
Birgit



