Die Ausgabe 09/2017 der burda style beginnt mit der Frage: „Über welchen Coup wir uns in dieser Ausgabe besonders freuen? Im Verlauf des Textes beschreiben sie ihre Freude über einen Klassiker aus dem Jahre 1957 und wünschen schlussendlich viel Spaß. Definition Coup wird unter anderem: mit freche Unternehmung bzw. unerwarteter Schlag beschrieben.
Nach mehr oder weniger erfolgreicher Vollendung meiner Volantbluse bin ich geneigt zu vermuten, dass der besondere Coup dieser Ausgabe für burda nicht nur die neue Serie von Retromodellen ist. Vielmehr hat das burda style – Team mit der Nähbeschreibung dieses Modelles (117) zum unerwarteten Schlag ausgeholt. Denn beim Betrachten der Volantbluse habe ich keine großartige Herausforderung erkennen können. Aber:
Immer dann, wenn ich es besonders perfekt machen will, lese ich die Nähbeschreibung. Und diese Bluse sollte perfekt werden. Beginnend mit den Abnähern war der nächste Schritt sogleich der Volant bzw. der dazu gehörende vordere Schlitz. „Ausschnittbesatz rechts auf rechts auf das Vorderteil stecken…“. Ein Leichtes und danach begann die Katastrophe. Ich habe nach der von burda beschriebenen Technik nicht annähernd den Volant, wie auf den Modellbildern dargestellt, hinbekommen. Ich bin auch fast überzeugt, dass auch burda den Volant nicht nach ihrer eigenen Beschreibung genäht hat. Natürlich ist auch nicht ausgeschlossen, dass ich den fachlichen Text nicht verstehe.
Ich habe fluchend alles abgetrennt und den Volant und im Übrigen auch den gesamten Rest der Bluse nach meinem Gefühl genäht. Weitere Details zum Nähen nach burda wollte ich mir nach dem Fiasko einfach ersparen.
Ich habe versucht in Bildern festzuhalten, wie ich den Volant am Schlitz angenäht habe:
Bild 1 zeigt die linke Seite mit dem inzwischen ausgefransten, weil nach burda ja schon eingeschnitten, Schlitz
Bild 2 und 3 auf der rechten Stoffseite liegt der Volant links auf rechts, also so wie er dann auch auf dem Vorderteil aufliegt, darüber liegt der Ausschnittbesatz (den ich natürlich nochmals zugeschnitten habe) rechts auf rechts auf dem Volant, d.h. die linke Stoffseite des Besatzes schaut nach oben
Bild 4 hier habe ich den Besatz für den Schlitz festgesteppt und bereits eingeschnitten, da die Bluse ja bereits den Einschnitt hatte, musste nun nur noch der Besatz schön mittig aufgeschnitten werden
Danach habe ich den Besatz nach innen, also zur linken Vorderteilseite, gedreht und den Besatz vom rechten Vorderteil aus, unter dem Volant um meinen Schlitz herum festgesteppt. Klar das der Volant dabei zu jeweiligen Seite gelegt werden muss. Ziel war es, den Besatz schön flach unter dem Volant zu haben und den Schlitz auf diese Weise nochmals zu sichern. Dass der Volant dabei ein wenig Stabilität erlangt hat, war ein willkommener Nebeneffekt.
Mit dem Ergebnis war ich zufrieden und denke, dass ich diese Nähvariante zumindest nicht für völlig falsch halte. Da mein Schlitz vermutlich auch durch das viele Trennen ziemlich tief war, habe ich das Volumen des Volants zum Kaschieren des tiefen Ausschnittes genutzt und diesen mit wenigen Handstichen leicht zusammengezogen.
Mit meiner Nähtechnik mag ich den Schnitt und könnte mir durchaus eine weitere, dann feminine Bluse vorstellen.
Ich habe meinen Post heute mal mit Rums verlinkt in der Hoffnung, dass es vielleicht jemanden gibt, der die Beschreibung gewuppt hat 😉
Seid lieb gegrüßt
Birgit


