Der grüne Wollstoff hat mich bereits beim Kauf fasziniert. Voller Freude begann ich daher mit den Vorbereitungen. Bereits im Januar diesen Jahres hatte ich einige Schnittmuster bei Grasser gekauft, inspiriert über Instagram, unter anderem auch die No. 873. Gedanklich schien mir das Schnittmuster perfekt für meinen ausgewählten Wollstoff zu sein.
Zwischendurch musste ich noch schnell bei der lieben Jeanette von kurzgenäht nachfragen, ob der RV im Rücken tatsächlich nötig ist. Zum ersten Mal Strickstoff und dann ein RV, dieser Herausforderung wollte ich mich nur ungern stellen. Mit Jeanettes Hinweis, dass der RV nicht notwendig sei, stand mein Plan endgültig fest. Herzlichen Dank nochmals an dich, liebe Jeanette.
Nicht ohne mich im Vorfeld belesen zu haben, begann ich mit dem Zuschnitt. Den Stoff habe ich dabei ganz entspannt ausgelegt, d.h. nicht auf Zwang in Form gebracht. Laut WKSA ist das Thema der Woche – Entscheidungen und erste Schritte. Nun lag das Kleid zugeschnitten vor mir und eine erste Steckprobe auf meiner Puppe war auch erledigt. Ich hätte an dieser Stelle also den Blogpost beenden können, aber…

Die Neugierde war dann doch zu groß und so begann ich das Kleid zu nähen. Mein Obertransportfuß leistete mir hervorragende Dienste, so dass sich die Nähte nicht im geringsten verzogen haben.


Das Oberteil war schnell genäht und eine erste Anprobe verlief erfolgreich. Das Wolle nicht zwangsläufig kratzt, ist eine neue Erfahrung für mich. Natürlich wurde mir schon beim Kauf erklärt, dass der Stoff nicht kratzen wird. Dennoch war ich gespannt den Stoff großflächig auf der Haut zu fühlen.
Den Näh- Flow nutzend begann ich nun auch den Rock zu nähen. Von Beginn an stand für mich fest, dass ich den Rock über der Taille annähen werde. Unbedingt möchte ich den Weihnachtsbraten und alle anderen vorangegangenen Schlemmereien gut unter der Weite des Rockes kaschieren. Beim Zusammennähen von Oberteil und Rock war nicht nur die Hürde der Abnäher zu meistern. Viel aufwendiger war es die korrekte Höhe für den Rockansatz zu finden. Dank der extra großen Stichlänge war das Trennen nicht ganz so dramatisch. Mein Gefühl für ein neues Weihnachtskleid schwand allerdings mit jeder weiteren Probe.
Als das Kleid auch nach dem dritten Versuch einfach nur schrecklich an mir aussah, zog ich gedanklich einen Strich. Also ich sah so schrecklich in dem Kleid aus, dass ich es nicht einmal meinem Mann vorgestellt habe. Ich habe daher auch kein Foto für euch 🙂
Um dem ganzen etwas Form zu geben, hätte ich das Kleid am Rockansatz jeweils 4 cm enger machen müssen. Da ich aber den RV gespart hatte, wäre ein Anziehen nicht mehr möglich gewesen. Strickstoffe sind ja leider nur begrenzt elastisch. Da inzwischen das Wohlfühlgefühl bei Null angekommen war, stand eine umfangreiche Änderung nicht zur Debatte.


Glücklicherweise ist der Rock so weit, dass ich mich spontan für eine weitere Verwendung entschieden habe. Ich werte das Desaster als Erfahrung. Das Schnittmuster habe ich direkt entsorgt und Strickstoff zu vernähen ist kein Hexenwerk. Ich vermute außerdem, das mein Stoff nicht so recht geeignet war. Das Kleid war relativ schwer und ich hatte bei den Anproben auch das Gefühl, dass das Oberteil immer länger wird :).

Mit unserem langen Adventswochenende in Frankfurt hänge ich beim WKSA nun so richtig hinterher. Alles auf Anfang, d.h. ich werde am kommenden Wochenende mit der Planung des Schnittmusters beginnen. Es gibt bereits eine Idee. Ob es von Vorteil ist, nochmals ein unbekanntes SM zu verwenden? Lassen wir uns gemeinsam überraschen 🙂
Ich bin natürlich gespannt, wie es bei all den Anderen läuft. Liebes Team von Me Made Mittwoch , ich danke euch für diese willkommene Abwechslung in der Adventszeit.
Euch allen einen kreativen, möglichst stressfreien 2. Advent,
liebst Birgit

