Neben dem Marathon Training ein weiterer Grund, warum ich so selten an der Nähmaschine gesessen habe.
Die Fliesen in unserem Bad entsprachen noch nie unserem Geschmack. Wohl auch deshalb, weil sich Optik und Größe von Fliesen über die letzten Jahrzehnte erheblich verändert haben. Eine komplette Renovierung – als große Baustelle – kam für uns dennoch nie in Betracht. Die einzig vorstellbare Option einer Modernisierung hatten wir immer wieder mal im Gespräch. Allein der Aufwand scheute uns vor einer Umsetzung.
Nach 20 Jahren „ertragen“ war eine optische Veränderung für unser Badezimmer, welche nicht mehr nur in neuer Wandfarbe und Tapete bestehen sollte, dringend nötig. Das Projekt Fliesen streichen wurde akribisch geplant und umgesetzt.
Seid unserem erfolgreichen Küchenprojekt sind wir Fans von den Farben von Miss Pompadour (nachfolgend MP). Zum Streichen von Fliesen gibt es auf der Website ausreichende Informationen und eine große Anzahl von erfolgten Streichprojekten von Bädern.
Was ich nicht finden konnte, ist ein authentischer Bericht ohne den Hinweis von „Werbung“, d.h. von Kund:innen, welche das Material nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen haben.
Hier lest ihr also ein werbefreies Feedback zum Umgang mit den Farben und zu meinen Erfahrungen. Möglicherweise tragt ihr euch gedanklich auch mit einer Fliesen – Veränderung und scheut euch vor einer Großbaustelle bzw. seid wie wir, Mieter einer Wohnung und nicht sicher, ob ihr für immer dort wohnen werdet.
Mein Fazit zum Fliesen streichen mit den Lacken der oben genannten Firma in Kurzform: Absolute Empfehlung. Von meinen Fehlern und meinen Empfehlungen lest ihr nachfolgend.
Zuerst war das Bad zu räumen und damit herrschte in der gesamten Wohnung für knapp 3 Wochen Chaos. Mit der Entfernung des Heizkörpers gab es die ersten Überraschungen. Es mussten direkt auch Verbindungsstücke erneuert werden. Glücklicherweise haben wir mit meinem Schwager einen Fachmann an der Seite gehabt. Hier hatte das Material inzwischen ausgedient. Beim Entfernen der Mischbatterie an der Badewanne tat sich Gleiches auf. Die Anschlüsse hatten ausgedient und mussten ersetzt werden, was mit dem Entfernen von Fliesen verbunden war. Was dabei zutage kam, überraschte Mann und Schwager. Der ursprüngliche Bauherr war entweder nicht vom Fach oder Sparmaßnamen unterlegen.
Unser Bad ist ca. 18 qm groß und der Fliesenspiegel wurde bei der vorhandenen Deckenhöhe von über 3 Meter auf 2,40 Meter Höhe festgelegt. Es musste also eine erhebliche Menge Fliesen zuerst geputzt und dann gestrichen werden.
Erstmals trauten wir uns auch die Decke farbig zu streichen. Hier ist unser örtliches kleines Fachgeschäft schon lange die beste Adresse für unseren Einkauf von Malerbedarf. Das Ergebnis überzeugt. Der Farbton vom mittleren Bild trifft es wohl am ehesten.



Entsprechend der Empfehlung von MP wurden alle Fliesen mit dem Lack: „Halten und Blocken“ vorgestrichen. Der Lack hinterlässt einen stumpfen hellen Farbton und so war gut zu erkennen, welche Fliesen behandelt worden waren. Ich habe immer in Abschnitten gestrichen und auf einen gleichmäßigen Lackauftrag geachtet. Diese Grundierung macht möglich, dass der eigentliche Farbanstrich gut haftet. Die Ausdünstungen des Lackes ist gut aushaltbar und war am nächsten Tag restlos verflogen.
Endlich war es soweit, dass der Farblack aufgetragen werden konnte. Wir haben uns für eine optische Teilung des hohen Fliesenspiegel entschieden. Für den oberen Teil wählten wir „Weiß mit Charakter“ und der untere Teil wurde mit „Grau mit Meersalz“ gestrichen. Die Einwilligung unseres Vermieters wurde im Übrigen lediglich mit „in pastell“ eingeschränkt. Das kam unserem eigenen Geschmack entgegen und freute uns natürlich.
Für die Ausführungen habe ich die Empfehlungen von MP mehrmals gelesen und den gezeigten Beispielen ein Stück weit vertraut. Entsprechend der Hinweise habe ich die Farbe aufgetragen, d.h. zweimal mit den angegebenen Trocknungszeiten.
Was ich wirklich unterschätzt habe, ist der Hinweis von MP zum Thema Silkon. Wir wollten die Silikonfugen nicht überstreichen und ich hielt den Kauf des empfohlenen Materials für nicht notwendig. Ein schwerer Fehler, wenn ihr nicht sicher sein könnt, wo überall (vor allem nicht sichtbar) jemals schon Silikon verschmiert worden war.
Die Farbe haftet dort nicht! Wir waren überrascht, wo überall Silikon vorhanden gewesen sein musste. Der feine Film, welcher nicht ohne Hilfsmittel entfernt werden kann, welcher mit bloßem Auge auch nicht zu erkennen ist, macht euch ggf. rasend. Wir wurden somit hart ausgebremst und mussten uns entsprechendes Material besorgen. Aus Zeitgründen haben wir nicht das von MP empfohlene Material gekauft, sondern eine Alternative beim großen A. In unseren ringsum liegenden Baumärkten (Umkreis von 45 km) gibt es so etwas nicht.
Fazit: Fügt das Material beim Einkauf bei MP bei!
Mit Freude haben wir die beginnende Veränderung (Modernisierung) wahrgenommen und freuten uns über unseren Mut. Fertige Wände mussten unbedingt mit dekorativen Elementen gestaltet werden, auch wenn auf der gegenüberliegenden Seite noch Chaos herrschte. Aber so kleine neue Details machten das ringsum herrschende Chaos erträglicher.
Die Sache mit dem Silikon war nicht das einzige Dilemma. Wegen der Farbunterteilung klebte ich den unteren Teil ab, auf die mit „Halten und Blocken“ gestrichenen Fliesen ab. Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Haftgrund das Malerklebband ab kann. Auf der Seite von MP wird nur vom schnellen Entfernen des Klebebandes bei den noch feuchtem Farbanstrich gesprochen. Beim Entfernen des Klebbandes kam der Haftgrund teilweise mit hinterher. Ärgerlich. Ich musste also nochmals Haftgrund auf der gesamten Fliese penibel auftragen und entsprechende Wartezeit beachten.
Vielleicht hätte ein satterer Anstrich „Halten und Blocken“ geholfen? Das lässt sich für uns nur bei einer Wiederholung testen. Bei den weiteren Abschnitten nutzten wir das (teure) TESA – Klebband für Malerbedarf und wurden nicht enttäuscht.
Über diese Renovierung sind wir mehr als begeistert. Wie schön alte Fliesen mit einem Farbanstrich dann doch wieder aussehen können. Mein Mann ist derart begeistert, dass er zu gerne auch den Fußboden gestrichen haben möchte. Mein Bedarf an Fliesen streichen ist momentan noch gedeckt und so zieren den Fußboden noch die alten unbehandelten Fliesen.
Der Materialeinsatz im Vergleich zu einer kompletten Sanierung (Entfernen und neu Verfliesen) spricht für sich. Warum haben wir dieses Projekt nicht schon früher umgesetzt? Aber gut Ding will bekanntlich Weile haben 😉 bzw. die persönliche Schmerzgrenze war wohl erst nach 20 Jahren Jahren erreicht. Nachfolgend die vorher Bilder und ja die Veränderung war mehr als notwendig ;).
Wie auf den Bildern zu sehen ist, haben auch die Fugen in den mehr als 30 Jahren gelitten. Diese werden überstrichen und sehen wieder ansehnlich aus. Hier auch noch ein Tipp von mir. Ich habe zuerst die Fugen mit einem flachen Pinsel gestrichen und erst im Anschluss den Lack mit der Rolle aufgetragen. Was ich auch empfehlen kann, kauft die Pinsel von MP. Zumindest bei uns vor Ort gab es nicht annähernd den hierfür perfekten Pinsel. Ich hatte glücklicherweise noch einen Pinsel von der Küchenrenovierung.
Bei den stark beanspruchten Stellen haben wir außerdem den Lack: Zum Versiegeln aufgetragen. Er verändert ganz leicht die Optik der eigentlichen Farbe. Das finde ich schade. Glücklicherweise sieht man es nur, wenn sich Licht auf der Fliese spiegelt. Dennoch wäre ein Verzicht wohl nicht ratsam.
Wir lieben unser neues Bad und sind uns einig, dass es zur „Wertsteigerung“ der gesamten Wohnung beiträgt :).
Wenn ihr Frage habt, gern her damit. Vielen Dank fürs Lesen meines Post.
Liebst,
Birgit



























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