Das von mir am meisten getragene Kleidungsstück in den letzten zwei Sommer sind meine Jumpsuits. In wenigen Sekunden fühle ich mich darin perfekt angezogen. Ich mag diesen bequemen und dennoch wandelbaren Style. Das Schnittmuster aus der LMV hüte ich wie einen kleinen Schatz, weil ich es einfach genial finde. Immerhin habe ich vier Jumpsuits danach genäht :).
Dank Social Media bin ich auf diesen Sierra Jumpsuit von papercutpatterns aufmerksam geworden. Die Wickeltechnik fand ich dabei besonders interessant. Ein kurzes Überlegen, dann war das Schnittmuster aus Neuseeland gekauft und Minuten später auf meinem Laptop im Ordner abgelegt, nicht ohne den dezenten Hinweis meines Schwiegersohnes, dass die gesamte Beschreibung in englischer Sprache ist.
Tzzzz, ich kann ja wohl den bebilderten Beschreibungen folgen, was braucht es da perfektes Englisch?
Über Instagram wurde ich auf den passenden Stoff aufmerksam gemacht und zum spontanen Kauf (gedachte für mich und meine Tochter) inspiriert. Dann dauerte es nochmals einen Monat, bevor ich mich an die Umsetzung des Schnittmusters wagte. Zunächst das zeitaufwendige Kleben, dies dauerte gefühlt einen halben Tag meines Ostermontags. Dann das Abzeichnen des Schnittmusters in Größe S und M. Lustig fand ich die Version der „angezeichneten“ Brustabnäher. Zwei markierte Punkte an der Seitenlinie und ein Kreis mit der entsprechenden Größenlinie (in Höhe Brustmitte) zum Verbinden. Ein bisschen wie Malen nach Zahlen.
Im Anschluss daran folgte die schreckliche Feststellung, dass der Stoff gerade so für einen Jumpsuit reichen wird und dabei wusste meinen Tochter schon von meinen Nähplänen und freute sich auf ihren Jumpsuit Nummer 3. Also schauen, ob es den Stoff noch zu kaufen gibt. Fehlanzeige, was mich nicht verwundert hat. Kurze Rücksprache mit dem Ergebnis, dass ich ohne schlechten Gewissens den Stoff für mich verwenden konnte.
Klar das ich mich streng an die Schnitt- Nähbeschreibung halten wollte. Die ersten Nähte waren auch schnell geschlossen und ich konnte mich ohne Lesen zu müssen, an den Bildern orientieren. Dann irgendwann begann der Abschnitt der Wickeltechnik und allein die Bebilderung reichte mir nicht mehr aus. Habt ihr schon Fachtexte aus der englischen Sprache übersetzt? Also ich musste das bislang nicht und fragte mich folglich, was mir der Google-Übersetzter stellenweise konkret sagen will, besser was ich eigentlich machen muss :))
Das war insgesamt ziemlich nervig und vor allem mühsam. Jammern half nichts, längst wollte ich meine Englischkenntnisse aufgefrischt haben, von daher selber schuld. Gut das ich das Schnittmuster optisch und meinen Stoff viel zu gut fand, als das es als UFO- Projekt in meiner Kiste verschwinden würde.
Nun das ich zum Ziel gelangt bin, könnt ihr hier feststellen:

Was kann ich zum Schnittmuster weitergeben?
Ich habe mich an die Größentabelle gehalten und hätte womöglich auch eine „S“ nähen können. Bis zur ersten Anprobe ist der Jumpsuit fast vollständig zusammengenäht gewesen. Ich habe das Rückenteil ca. 4 cm beginnend am Ausschnitt nachträglich enger genäht. Der RV an der Seitennaht hätte in meinem Fall nicht sein müssen. Ich kann den Jumpsuits ohne den RV öffnen zu müssen, anziehen. Zu dieser Feststellung konnte ich allerdings auch erst nach Fertigstellung gelangen. Das Schnittmuster benötigt tatsächlich eine große Menge an Stoff. Ich habe über 3 Meter benötigt. Das vordere Oberteil ist komplett doppelt genäht und auch im Rückenteil gibt es einen großzügigen Besatz. Das ist aber auch notwendig. Genäht habe ich die schmale Beinversion. Der vermutlich folgende Jumpsuit nach diesem Schnittmuster wird nach meinen Vorstellungen genäht, dass heißt vom Ablauf her.
Fazit: Ich bin auch hier ein klein wenig über mich hinausgewachsen. Die englische Beschreibung war zumindest für mich eine etwas größere Herausforderung. Die Wickeltechnik habe ich auch erstmals angewendet. Somit wieder etwas dazu gelernt. Da sich der RV an der Seitennaht befindet, musste ich über den Ablauf des Nähens der Seitentasche an gleicher Stelle nachdenken.
Und weil heute wieder MeMadeMittwoch ist, werde ich an der Lieblingsparty teilnehmen. Wir waren deshalb heute noch schnelle die Fotos machen und ja, es war mit 15 Grad ziemlich frisch 🙂 Und beim Betrachten der Bilder musste ich feststellen, dass ich das Oberteil zu eng gebunden hatte. Dadurch ist das Vorderteil nach oben gerutscht und die Hosenansatznaht ist ziemlich sichtbar. Jetzt habe ich es lockerer gebunden und dann fällt das Vorderteil auch entspannter nach unten, besser. Ich bin gespannt was alle anderen Teilnehmer bei MMM wieder Schönes gezaubert haben. Die liebe Ina eröffnet heute die Runde, das habe ich auf die Schnelle schon sehen können.
Meine Liste ist noch längst nicht abgearbeitet und von daher schaut gern demnächst hier wieder vorbei. An dieser Stelle lieben Dank für eure Besuche auf meinem Blog. Wenn ihr Fragen habt, dann gerne her damit.
Liebste Grüße
Birgit
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