Diese Art von Kleid hing bislang noch nie in meinem Kleiderschrank – zu keiner Saison. Lieber habe ich die eher sportlichen Schnitte für mich bevorzugt. Hin und wieder brauche ich etwas länger Zeit, um Trends toll zu finden. So war es wohl auch bei diesem Kleid. Mit Kauf des Stoffes in meinem Lieblingsladen vor Ort war ich mit sicher, dass ich endlich ein langärmliges Maxikleid nähen werde und da kam das Schnittmuster (107) der Burda Style Ausgabe 09/2019 gerade recht.
Obwohl ich nicht ganz streng auf,s Muster geachtet habe, (die Ornamente bei den jeweiligen Teilen sollten weiterhin quer in einer Linie verlaufen), dauerte es einige Zeit bis alle Teile einzeln zugeschnitten waren. Zunächst dachte ich daher, dass mit erfolgtem Zuschnitt der längste Abschnitt hinter mir liegt.
Bis zur ersten Anprobe lief alles gut. Die Schnallen habe ich nach Optik angenäht, da war die Beschreibung des Schnittmusters sehr spärlich. Als dann Oberteile und Rockteil verbunden waren, gab es die unerwünschte Überraschung. Die Weite im Oberteil war mir nach längerer Betrachtung zu viel. Ich konnte es mir nicht schön sehen, auch wenn die Folge „Auftrennen“ hieß. Entsprechend der abgesteckten Weite habe ich beide Vorderteile gekürzt, hoffend das es funktioniert. Im Anschluss erneut die Oberteile mit dem Rockteil verbunden und auf,s Neue probiert. Es war besser und somit konnten die Ärmel eingenäht werden. Hier brauchte ich mehrere Anläufe bis mir die eingenähten Ärmel gefielen.
Jetzt sollte es doch perfekt sein, war es aber nicht. Die Weite im Rücken störte mich, auch wenn mein Mann die Rückenfront für gut befand. Nach mehreren Video-Drehs (so konnte ich mich am besten selbst von allen Seiten betrachten) kam ich daher zu dem Schluss, die Weite im Rücken herauszunehmen. Mit zwei Abnähern im Rücken konnte ich leben und finde sie auch im Nachgang nicht störend. Und weil ich ohnehin beim Trennen war, wurde auch der Stehkragen nochmals neu zugeschnitten und erneut angenäht. So war es einfach perfekter. Alles Weitere war dann entspannt. Eigentlich dachte ich mal schnell ein Wickelkleid zu nähen. Es hat insgesamt doch ziemlich lange gedauert.
Bis zum Umnähen des Saumes weilte mein Kleid dann einige Tage auf der Puppe. Ich wollte ihm Zeit zum Aushängen geben und das war auch gut so. Zwischenzeitlich konnte ich mir Gedanken zum Markieren der Saumlinie machen…Letztendlich habe ich meinen Rockabrunder zur Hand genommen und mich Stück für Stück gedreht. Immer darauf achtend, dass ich ganz gerade stehe und den Blasebalg entspannt bediene (Ihr versteht doch was ich meine?).
Auf Instagram habe ich in den Highlights Details vom Nähen festgehalten. Dort ist die gemeinte Weite vermutlich gut zu erkennen. Außerdem kann man die persönlichen Desaster besser nachvollziehen.


Den großen Auftritt für mein Kleid habe ich mir für unseren ersten gemeinsamen großen Urlaub aufgehoben. Entweder schlendere ich im Kleid über die Brooklyn Bridge, spaziere durch Soho oder genieße mit meinem Mann einen Cocktail in einer Rooftopbar.
Was sind wir inzwischen aufgeregt …
Zuvor geht es aber noch zur Party von Me Made Mittwoch. Dieser erste Mittwoch im Monat ist inzwischen eine feste Größe in meinem Kalender. Lieben Dank an die Macher hinter den Kulissen. Ich wertschätze eure Arbeit sehr.
Liebste Grüße
Birgit






