Ich mag Oversize Jacken und deshalb habe ich mir auch für diesen Winter eine neue übergroße Jacke genäht. Verwendet habe ich den Schnitt aus der burdastyle 11/2011 Modell 111. Ich habe den dortigen Dufflecoat etwas abgeändert. An die vordere Mitte habe ich 4 cm Besatz dazugenommen, damit ich die Knopfleiste unterbringen kann. Auch habe ich mich für Pattentaschen entschieden. Hauptsächlich weil der Wollstoff bereits so voluminös ist. Weitere Änderungen habe ich nicht vorgenommen.
Zum ersten Mal habe ich aber das Einnähen des Futter anders gestaltet und werde nun auch bei dieser Methode bleiben. Bislang habe ich das Futter immer separat genäht, also wenn meine Jacke (Außenstoff) soweit fertig war. Ich habe das Futter an den Außenstoff angepasst (mein Kleidungsstück habe ich hierfür akurat auf meine Puppe gehängt), mit Kreidehilfslinien die Punkte, welche dann übereinander liegen müssen markiert und das Futter beginnend am Besatz eingenäht. Nachdem ich bei Sebastian Hoofs mehrmals sehen konnte, dass er das Innenfutter gleich an den Besatz der Vorderteile näht, diese noch nicht mit dem Rücken verbunden sind, musste ich diese Variante endlich auch mal probieren. Damit war natürlich auch das Einnähen des Futterärmels von Hand gefordert und ich konnte somit auch den Armausschnitt mit sämtlichen Einlagen und Stoffen verbinden. Bei meiner früheren Methode liegt das Futter im Armbereich locker in der Jacke, was nicht störend ist. Nun schaue ich jedoch in meine Jacke und freue mich über die tolle Optik.
Zudem habe ich auch etwas Spielerei untergebracht. Wenn ihr euch die Knöfe anschaut, so sind diese mit zwei unterschiedlichen Garnfarben angenäht. Auch die handgestochenen Knopflöcher sind nicht alle in dunkelblau gestochen. Ich habe das zweite Knopfloch von oben mit cremefarbener Knopflochseide genäht, alle anderen sind blau. Bei den Knöfen habe ich entsprechend die andere Garnfarbe gewählt.
Den Jackenstoff habe ich bei Stoff- & Wollparadies gekauft. Ich habe den Kauf wirklich einige Tage überschlafen müssen. Dann fand ich den Store nicht gleich und wurde etwas panisch. Der italienische Wollstoff hat sich fantastisch verarbeiten lassen. Obwohl die Jacke ein Berg von Stoff ist, trägt sie sich unglaublich leicht. Das Jackenfutter ist aus Frankfurt. Inzwischen suche ich den Laden regelmäßig auf und wenn ich Futterstoff benötige, dann ist er meine allererste Adresse.
Im Übrigen habe ich den Schnitt wegen der Kapuze gewählt. Ich finde sie macht die Jacke nochmal ein Stück weit winterlicher. Da mir die linke Stoffseite auch sehr gefällt, habe ich die Kapuze so gefüttert, dass die linke Seite außen ist. Auch beim Besatz und den Taschenpaspel habe ich mich für links entschieden.
Die Fotos sind auf der Dachterasse unseres Hotels entstanden. Der graue Kasten im Hintergrund war unser beheizter Whirlpool zwischen den Saunagängen. Das war ein richtig stylisches Teil und war uns bislang noch nicht begegnet.
Und weil heute Donnerstag ist, werde ich mal bei rums vorbeischauen und meinen Post somit dort verlinken. Ich bin gespannt, was die anderen Nähnerds vorstellen werden.
Liebe Grüße
Birgit


