Selten habe ich so oft Kleid getragen wie in diesem Sommer. Mein Hopewovendress und mein Leinenhemdblusenkleid sind echte Sommerlieblinge geworden. Die Idee, ein weiteres langes Kleid zu nähen, kam mir deshalb auch nicht unsinnig vor. Ausschlaggebend war hierbei allerdings die großzügig gekaufte Stoffmenge. Diesen italienischen Stoffrest hatte ich vor Ort erworben. Jersey mit Leinen und dann dieses außergewöhnliche Muster, ich musste unbedingt ALLES kaufen, ohne konkrete Pläne zu haben 🙂
Dann sah ich auf Instagram ein langes Polokleid und schon war die Idee geboren. Ein Schnittmuster ließ sich weder online noch in meinen Vorräten finden. In der Burda 03/2020 Modell 109 fand ich allerdings ein Shirt. Was wenn ich dieses einfach zum Kleid verlängere? Meine Zweifel regten sich allerdings hinsichtlich der eingelegten Falten im Vorderteil. So verwarf ich meine Idee für einige Zeit. Der Gedanke lies mich dennoch nicht los und so kopierte ich zunächst das Schnittmuster und legte die Papierteile auf dem Stoff aus. Auf dem Stoff verlängerte ich die Seitennähte leicht ausstellend in gleicher Länge. Hierfür hielt ich mir das Maßband und das Papiervorderteil am Körper an. Weitere Stunden Bedenkzeit bis ich mich einfach traute. Notfalls wird es eben ein Shirt und ein Rock 🙂
Nachdem ich das Vorderteil zugeschnitten hatte, gab es ein erstes Anstecken auf meiner Puppe. Was ich sehen konnte, gefiel mir und so setze ich mich an die Nähmaschine und fügte entsprechend der Nähbeschreibung von Burda alles zusammen. Beim Abmessen der Länge am Vorderteil hatte ich sauber gearbeitet. Es passte perfekt. Das Vorderteil habe ich entsprechend der Angabe im Fadenlauf aufgelegt. Aufgrund der Falten verlief der Rest dann ziemlich im Bogen schräg über dem Stoff. Das sah schon etwas komisch aus, hat aber wie ihr sehen könnt, wirklich funktioniert. Das Rückenteil habe ich mit einer kleinen Rückenfalte zugeschnitten, gut zu sehen auf dem entsprechenden Foto.
Ich habe das Kleid pünktlich zum Urlaub fertig stellen können. Auf Knöpfe habe ich absichtlich verzichtet. Bei den Anproben hatte ich nicht das Bedürfnis, den Ausschnitt schließen zu müssen. Sofern ich beim Tragen das Gefühl bekommen sollte, dass Knöpfe doch von Vorteil wären, hätte ich diese nach dem Urlaub ergänzt, so jedenfalls mein Plan.
Nun ist unser Urlaub schon seit einer Woche beendet. Das Kleid hatte ich zur Anreise, im Urlaub und inzwischen auch schon nach dem Urlaub an. Teilweise konntet ihr es bei meinen Urlaubsposts auf Instagram sehen. Ich liebe, liebe, liebe dieses Kleid. Das Material trägt sich fantastisch. Die Falten kaschieren gekonnt den Bauch 🙂 Ich werde für den Sommer 2022 nach einem unifarbenen Piquè o.ä. suchen. Unbedingt möchte ich das Schnittmuster ein weiteres Mal umsetzen. Die Bilder sind in Bregenz entstanden. Über unseren Urlaub, auch über Bregenz, habe ich in einem dreiteiligen Post hier auf dem Blog geschrieben. Wer also gern etwas Urlaubsinspiration möchte ist herzlich eingeladen.



Seebühne Bregenz – Bühnenbild Rigoletto
Meine Sommergarderobe ist damit abgeschlossen. Für den Herbst habe ich noch gar keine Pläne. Unbedingt möchte ich meine beiden DIY Boxen von bagsandpieces fertigstellen. Dann gibt es definitiv auch eine Nähpause. Ich muss nun endlich meine Hände operieren lassen (KTS beidseitig). Das schiebe ich schon viel zu lange vor mich her.
Vermutlich wird es ein letztes Mal sommerlich beim Me Made Mittwoch zugehen. Ich freue mich Teil des virtuellen Treffens sein zu dürfen. Vielleicht kann ich mit meinem Patternhack Mut machen oder sogar inspirieren?

Lieben Dank an das Team von MMM. Es ist so schön, dass ihr uns dieses kreative Treffen ermöglicht.
Alles Liebe
Birgit




