Nur noch selten muss ich ein Schnittmuster sofort haben. Meist wird ein Schnittmuster, trotz anfänglichem Begehr über die Zeit uninteressant. Als ich allerdings das Schnittmuster Bonnie von Mönsterfabriken im Hello Heidi TV (Hello Heidis Fabrics) sah, musste ich es direkt kaufen. Dabei hat mich Bonnie als Kleid besonders fasziniert.
Das die Umsetzung des SM etwas dauern wird, war mir bewusst. Zum einen stand unser Urlaub im September an, nachfolgend wollte ich diese Erlebnisse unbedingt auf meinem Blog festhalten und ganz besonders mangelte es an geeignetem Stoff. Meine Nähflaute spielte außerdem eine nicht unwesentliche Rolle. Obwohl ich hin und wieder in den Online-Shops nach Stoffen schaute, konnte ich nicht DEN Stoff finden. Weder hatte ich eine Farbe noch ein Design im Kopf, es musste einfach irgendwie zu Bonnie passen. Mein üppiger Stoffvorrat überzeugte mich im Übrigen auch nicht. Eigentlich wollte ich diesen ja unbedingt abbauen. Aber Leute, manche Stoffe liegen ja nicht umsonst schon ewig rum. Bei dem ein oder anderen Stoff stelle ich mir regelmäßig die Frage, wieso ich diese gekauft habe.
Dann zeigte die liebe Ina (von fitzladen) einen kleinen Ausschnitt ihrer fertigen Bonnie und teilte mir auch noch mit, dass ich das SM unbedingt nähen soll. Mit Druck kann ich gut umgehen 😉 Was für ein glücklicher Umstand, dass ich eine Einladung zum 25. Firmenjubiläum meines Lieblingsstoff – Geschäftes vor Ort hatte. Mit dringendem Vorsatz fuhr ich also letzte Woche Donnerstag zum Jubiläum.
Nach unzähligem Stoffe streicheln entdeckte ich in einer Ecke, noch auf Rolle gewickelt diesen frisch gelieferten Cord Stoff. Ich sage nur: LIEBE. Für mich braucht es scheinbar immer wieder auch neue Stoffe um nach einer längeren Nähpause zu starten.
Mit neuen Stoffen eingedeckt begann ich gleich am Freitag mit dem Kopieren des Schnittmuster. Bonnie wollte ich nun unbedingt nähen und der anstehende Me Made Mittwoch motivierte mich außerdem. Die Anleitung ist in englischer Sprache, was nun heutzutage unproblematisch ist. Neben dem Schnittmusterbogen gibt es eine bebilderte und knapp formulierte Nähbeschreibung in Form eines kleinen Heftes. Während ich diesen Post schreibe, muss ich an Ina denken. Wie hat sie wohl die Anleitung empfunden? Stellt sich das Nähen des Hemdes (Bluse) leichter dar? Für die Umsetzung zum Kleid wird auf die entsprechenden Verlängerungen hingewiesen. Diese sind zudem farblich auf den jeweiligen Schnittteilen abgedruckt.
Mit dem Karo hatte ich mir natürlich eine besondere Hürde auferlegt. Die Querlinien sollten an den Seitennähten übereinstimmen. Für die Knopfleiste wollte ich mit dem schrägen Fadenverlauf arbeiten. Der Zuschnitt dauerte entsprechend länger, aber mit meinem kränkelnden Mann konnte ich mich auf ein gesamtes Nähwochenende freuen.
Ich begann das Kleid wie in der Anleitung beschrieben zu nähen. Die Knopfleiste und der Kragen sind gut bebildert und beschrieben. Immerhin gibt es einen Ober- und einen Unterkragen, was nicht bei jedem Schnittmuster üblich ist. An dieser Stelle muss ich noch einmal die selbst gebauten Bügelwerkzeuge feiern. Ich verwende sie wirklich oft und bin meinem kreativen Mann bei jeder Verwendung dankbar.

Bei der Schlitzverarbeitung kam ich ins Straucheln. Zuerst hatte ich den vorderen Schlitz(-beleg – Teil 8) ohne „Kleid“-zugabe zugeschnitten. Das konnte also nicht passen. Dann stellt ich fest, dass der Beleg für den hinteren Schlitz (Teil 7) nicht mit den Querstreifen von Vorder- und Rückenteil übereinstimmten. Kurzes Überlegen, in sich gehen und entsprechend beide Belege neu zugeschnitten.
Der hintere Beleg (Teil 7) war an der oberen Schlitzkante, dort wo oberer und unterer Schlitzbeleg zusammengenäht werden, nun zu lang. Ich zeige es euch im nachfolgenden Bilderblog. Natürlich habe ich die Anleitung und das Schnittmuster dahingehend überprüft. Teil 8 war um 10 cm , Teil 7 um 45 cm nach oben und 10 cm nach unten zu verlängern. Ich kann es mir nicht erklären. Letzen Endes war es kein Problem, denn das überstehende Stück konnte entsprechend gekürzt werden. Dennoch stellt sich mir die Frage, stimmt das SM aufgrund der Verlängerungen nicht oder hatte Ina das selbe Problem? Es ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, dass ich einen Hinweis überlesen/übersehen habe.
Der nachfolgende Arbeitsschritt war auch mit Trennen verbunden und der Frage, ob ich den Text falsch interpretiert oder meine App falsch übersetzt hat ;).
Die bebilderte Anleitung erweckt den Eindruck, dass der vordere Beleg zusammengenäht (also doppelt) anschließend rechts auf rechts an das Vorderteil genäht wird. Zwangsläufig hat man dann die Nahtzugabe sichtbar im Kleid liegen. Im unteren rechten kleinen Bild, dort wo noch die Nadel vom Heftfaden zu sehen ist, wäre die offene Nahtzugabe des Belegteiles. Das kann doch so nicht gewollt sein. Also den Beleg nochmals abgetrennt und nur eine Seite des Beleges (rechts auf rechts) an das Vorderteil angenäht. Vorteilhaft wird die untere Belegnaht (Saumkante) erst im Anschluss genäht. Es ist ansonsten eine ziemliche Fummelei. Die Nahtzugabe des hinteren Belegteiles habe ich umgebügelt und später per Handstichen festgenäht. Auch den Schlitzbeleg vom Rückenteil habe ich wie oben beschrieben genäht. Sämtliche Handstiche wurden gestern Abend auf dem Sofa vollendet. Zuvor hatte ich alles mit Heftfaden gesichert (siehe Bilder). Sofern ich das Annähen der Schlitzbelege falsch erlesen habe, hat mich glücklicherweise der innere Monk zumindest auf den rechten Pfad gelenkt. Was bin ich auf Inas Bericht gespannt.
Nachdem diese Hürde genommen war, verlief der Rest easy. Nur mit der Lösung des Einschneidens der Nahtzugabe im Bereich der Achsel kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Sie ist wohl zwingend erforderlich, aber aufgrund der offenen (links im Kleid sichtbaren) Nahtzugaben nicht besonders „sauber“. Noch zur Erklärung: Der Beleg verläuft in kompletter Länge bis zum Ende des angeschnittenen Ärmel. Ob hier eine andere Schnittmuster – Konstruktion möglich gewesen wäre?
Als persönlichen Zusatz gibt es in meinem Kleid noch Nahttaschen 🙂 Inzwischen ein Muss, sofern es machbar ist. Ich habe insgesamt ca. 2,40 Meter Stoff verbraucht.
Von Bonnie gibt es einige Designbeispiele auf Instagram. Zu gerne hätte ich Erfahrungsberichte zum Schnittmuster gelesen. Ob es neben Ina und mir noch weitere Ausführungen gibt? Wenn ich die Fotos betrachte und den Einblick auf die Innenseite des Kleides erkenne, dann bin ich sehr froh über meine Gedanken zur sauberen Innenansicht.
Bonnie ist ein weites Kleid, das muss man wissen und mögen. Ich mag es sehr, was unser heutiges Shooting hoffentlich erkennen lässt. Kommentar von meinem Mann zu Bonnie auf der Schneiderpuppe hängend: „Ist das nicht etwas zu groß?“
Neben dem Fotografieren haben wir überraschend eine große Pilzmahlzeit gefunden. Das war nicht geplant, hat aber vor allem meinem Mann besonders erfreut.
Vom Stoffkauf bis zum Outfit of the Day, einschließlich der Fotos, hat es nur 6 Tage gedauert. So fix war ich lange nicht. Nun freue ich mich auf den heutigen Me Made Mittwoch und bin gespannt, was die Teilnehmerinnen genäht oder gestrickt haben. Ich hoffe auf eine Hoseninspiration für mich. Ein herzliches Dankeschön an das Team von Me Made Mittwoch. Ihr seid eine unglaubliche Bereicherung in der Nähszene und wir alle können nicht oft genug DANKE sagen.
Noch fehlen mir zwei Post zu unserem Urlaub. Diese müssen in der kommenden Woche erledigt sein. Dann gibt es auf meinem Blog wieder ausschließlich Nähcontent. Ich habe unfassbar viele Projekte im Kopf, auch zu Weihnachten. Steffi von Quiltwerke bringt morgen auch noch eine Ergänzung zu ihren weihnachtlichen FPP – SM aus dem vergangenen Jahr raus. Darauf freue ich mich schon sehr und bestimmt muss ich es Direkt ausprobieren.
Liebste Grüße
Birgit





















