Nachtrag zum gestern veröffentlichten Blog Post:
Anja von Prime Pattern hat unter meinem Post auf Instagram darauf aufmerksam gemacht, dass der Kauf ihres Schnittmusters – Charlotte – bis Weihnachten als vollständige Spende an die Mama ihrer Patentochter überwiesen wird. Das Geld wird für eine lebensnotwendige OP benötigt. Wenn ihr also von meiner Charlotte inspiriert seid und sie gern ausprobieren wollt, dann ist der Kauf des SM Charlotte bis Weihnachten mit ganz viel Herz verbunden. Und nein, Anja hat mich natürlich nicht beauftragt. Ich finde diese Aktion einfach wundervoll und wollte es euch auch hier auf meinem Blog gern wissen lassen.
Jeanshosen zählen bei mir zu den wohl am wenigsten getragenen Kleidungsstücken. Während meine Hosen vor vielen Jahren nicht eng genug sein konnten, mag ich diese Enge inzwischen überhaupt nicht mehr leiden. Ein paar wenige gekaufte (weite) Exemplare habe ich im Schrank, trage sie aber wirklich sehr selten. Dennoch betrachte ich fasziniert die genähten Jeanshosen der Näh-Community. Bewundernd bestaune ich die Akribie manch einer genähten Jeans.
Dann zeigte Lara von 1000 Stoffe wieder einmal designerleftover Denims in ihrem Shop und ich war endgültig geinfluenced. Nach unserem Urlaub traf wunschgemäß meine Lieferung hier ein und ich war zunächst etwas zurückhaltend begeistert. Von der Haptik wie Jeans, steif zumindest im Vergleich meiner sonstigen Stoffe 🙂
Nun lag er hier und wurde von einer Ecke zur nächsten umgelagert. Insgesamt ein schlechtes Zeichen. An dieser Stelle erinnere ich an meinen gekauften Cordstoff vom letzten Kleid. Hin und wieder schaute ich nach einem geeigneten Schnittmuster. Unbedingt sollte sie an eine Baggy Boyfriend Jeans ähneln, also nichts eng anliegendes. In bekannter Manier durchforstete ich in Abständen meine Quellen. Schon eine ganze Weile betrachte ich die genähten (Mass-)Hosen von Smartpattern. Das Konzept finde ich interessant. Auf Instagram tauchen in einer großen Regelmäßigkeit genähte Modelle (zumeist als Werbung gekennzeichnet) auf, auch Boyfriendjeans. Mit Ankes Blog – Vorstellung ihrer Boyfriendjeans nach dem Konzept von Smartpattern war das Thema vom Tisch. Grundsätzlich hatte ich längst ein gut funktionierendes Schnittmuster parat (und im Kopf), aber nochmals eine Hose nach gleichem SM fühlt sich vermutlich langweilig an. Immer wieder den Jeansstoff im Blick wollte ich endlich beginnen. Schließlich hatte ich genügend gekaufte Stoffe, die dann in der jeweilig geplanten Saison nicht vernäht wurden, liegen. Was solls, ich wählte erneut Charlotte von Prime Pattern. Das SM hatte ich mir über Makerist gekauft und sie war lange die Zweitplatzierte (lest gern hier). Charlotte hatte ich schon bei meiner zweiten Umsetzung leicht verändert und erneut wich ich ein wenig vom eigentlichen SM ab.
Der Tascheneingriff sollte unbedingt einer Jeans ähneln, die Leibhöhe wollte ich erneut etwas reduzieren, damit die Hose nicht bis in der Taille sitzt. Während Modell Nummer zwei mehr Weite im Vorderteil bekam (daher die eingelegten Falten), wollte ich nun einen leicht körperbetonten Sitz.
Meine „professionelle“ Änderung des SM habe ich extra für euch festgehalten. Anja von Prime Pattern schlägt nun bestimmt weide die Hände über dem Kopf zusammen, aber am Ende hat es funktioniert 😉 Mit Schneiderkreide habe ich meine Vorstellungen direkt auf dem Jeansstoff festgehalten. Ach ja, ich arbeite den RV noch immer nach meiner Methode, deshalb ist auch der Übertritt mit eingezeichnet. Die im Papier eingelegte Falte ist die Reduzierung der Leibhöhe (ca. 4 cm insgesamt).
Den Abnäher habe ich nicht umgesetzt, weil ich eine angenehme Weite beabsichtigen wollte. Ganz kurz bin ich übrigens ins Schwitzen gekommen. Mitten beim Zuschneiden wurde mir bewusst, dass ich keine Nahtzugabe zugegeben hatte. Das mache ich fast grundsätzlich, weil ich dann einen entsprechenden Spielraum habe. An dieser Stelle war es zu spät und ich konnte nur hoffen, dass Anja ihr SM mit Nahtzugabe angefertigt hat und mir das kopierte SM noch immer genügt. Nachdem die Taschen eingearbeitet waren, musste ich dringend mit der größten Stichlänge die Hose soweit zusammen nähen, dass eine halbwegs aussagekräftige Anprobe möglich war. Glück gehabt, sag ich an dieser Stelle.
Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht mitzuteilen. Da der Stoff zweifarbig ist, wollte ich die Hose unbedingt zum Krempeln haben. Zum ersten Mal habe ich in entsprechender Höhe daher die Nahtzugabe aufgehübscht. Den farblich perfekt passenden Stoff fand ich in einer meiner Abo Boxen von DMIN. Noch immer lebe ich von diesen Boxen und bedauere die Einstellung des Boxen Abos sehr. Barbaras kleine Stoffkollektionen unterschiedlichster Farben, hin und wieder saisonal abgestimmt, waren für mich eine echte Bereicherung.

Als der Denim bei mir eintraf war er total einheitlich in der Farbgebung. Nach der ersten Wäsche gab es diese typischen Unregelmäßigkeiten. Nun ähnelte der Stoff langsam auch von der Optik einem Denim. Als die Hose fertig war, durchlief sie einer weiteren Waschmaschinenladung. Vermutlich wird sie mit jeder Wäsche schöner 🙂

Farblich ist der Denim auf den Innenaufnahmen nur schwer darzustellen. Teilweise habe ich nur bei künstlichem Licht genäht. Beim sonntäglichen Fotoshooting kommt der Farbton gut rüber. Was soll ich noch erklären, ich mag Charlotte sehr und auch wenn es für euch vermutlich langweilig wird, bleibe ich so lange bei diesem SM, bis mich ein anderes überzeugt. Das kann fast nur im Rahmen eines Zufalls gelingen.
Wenn ihr Fragen zu Charlotte habt, gern her damit. Wie ihr hier auch sehen könnt, schleppe ich meinen Steppmantel aus dem vergangenen Jahr auch wieder. Lieb ihn, hatte ich aber auch im damaligen Post geschrieben. Passend zur Jeans habe ich meine Weste von neulich an und das Shirt ist auch nach einem Schnittmuster von Anja (Prime Pattern).


Ich hoffe ihr könnt die Weite auch im Bund etwas erahnen. Ich reguliere diese mit einem Gürtel. Bei meinen letzten Hosen hatte ich auf Gummibund im rückwärtigen Hosenteil gesetzt. Bei der Jeans war mir das zu riskant und ich habe es auch nicht bereut
Langsam muss ich mir nun auch Gedanken zum WKSA machen. Irgendwie fehlt mir der besondere Stoff. Zudem stecke ich in einem großen Weihnachtsmann Auftrag. Von meinem neuen Brötchenkorb muss ich euch auch hier noch erzählen. Es ist zu schön für nur auf Instagram.
Habts fein und seid lieb gegrüßt,
Birgit















