„Mit der richtigen Laufbekleidung zum Erfolg“, so jedenfalls mein Traum. Seit Herbst letzten Jahres trainiere ich für ein großes Lauf-Ziel, ich möchte im September den Berlin Marathon finishen.
Zwangsläufig schaut man sich nach gut funktionierender Laufbekleidung um, die in meinem Fall unbedingt nicht schwarz sein sollte. Für mein Winteroutfit war ich etwas anspruchsloser, da man ja eh eingehüllt in mehreren Schichten unterwegs ist. Für die warme Jahreszeit kam mir die Idee, mein Outfit nach meinen Ansprüchen selbst zu nähen, nicht sicher, ob es funktionell gelingen wird. Froh, endlich eine neue Nähidee zu haben, bestellte ich mir Stoffe und durchforstete meine Burda Sammlung.
Ich habe seit langer Zeit bei Pepelinchen geshoppt. Über die sehr verkürzte Lieferzeit war ich erfreut und auch der Service im allgemeinen hat mich überrascht. Die Farbbeschreibung zum Jacken/Shorts – Stoff ist vermutlich schwierig, weil je nach Lichteinfall er grau oder doch wie beschrieben einen Lila – (Touch) hat. Meine anfängliche klitzekleine Enttäuschung war relativ schnell verflogen. Das Material (Funktionsstoff) für die Shirts hat eine ganz tolle Haptik. Als ich feststellen konnte, dass alle Stoffe unbeschadet die Presse überstehen, war das Plotten ein dringendes Thema.
Ziel war es, eine Laufjacke, eine Shorts und Shirts für mich zu nähen. Mit dem vor Jahren genähten Windhemd SELMA von Schnittmuster Berlin habe ich sowohl für die kalte als auch für die warme Jahreszeit bereits ein stylishes und auch wirklich funktionelles Kleidungsstück. Für kaltes Wetter konnte ich nun über Monate feststellen, dass mir eine geeignete Jacke fehlt.
Meine Motivation an mich wurde von meinem Mann in Dateien umgewandelt und geplottet.
Für meine Laufshorts habe ich das Schnittmuster der Burda Style 05/2010 Modell 121A verwendet. Neben der Verlängerung der Hosenbeine (ca. 3cm), wurden der Hose Seitentaschen und eine Gesäßtasche zugefügt. Vor allem die Gesäßtasche erfüllt nur einen optischen Zweck. Auch werde ich beim Laufen die Seitentaschen eher nicht nutzen. Aber eine Hose ohne Taschen zu nähen, kam mir irgendwie unvollständig vor :). Um der Hose mehr Volumen zu geben, wurde sie vollständig mit dem gleichen Stoff abgefüttert.






Für das T- Shirt fand das SM Burda Style 06/2011 Modell: 120 (leicht geändert, hier ohne RV) Anwendung. Hätte es noch größer gewählt werden sollen? Das in der Burda gezeigte Modell ist ebenso körpernah und im Rücken mit einem RV versehen.





Für nicht ganz so warme Tage fand ich das SM Burda Style 04/2018 Modell 116 interessant. Burda schreibt hierzu: „Raglan trifft auf Ringerrücken“. Die dabei entstanden Cutouts gefallen mir. Auch hatte ich den Gedanken, dass sie möglicherweise für eine angenehme Luftzufuhr sorgen könnten :).
Eigentlich war das Nähen kein Problem. Die Verarbeitung des innen liegenden Rückenteils (angeschnitten an die rückwärtigen Raglanärmel) finde ich nicht so perfekt gelöst, fand aber auch keine bessere Lösung. Es ist letztendlich wie ein etwas breiteres Band. Es tröstet mich, dass man es nicht sehen kann und es beeinträchtigt auch den Tragekomfort nicht.
Und weil ich vom weißen Funktionsstoff noch viel übrig hatte, gab es noch eine Resteverwertung annähernd dem SM des kurzärmligen Shirts. Ich habe wirklich in Freestyle – Manier die erforderlichen Änderungen vorgenommen. Etwas breiter im Vorder- und Rückenteil und die Seitennähte a-linienförmig nach unten auslaufen lassen. Den Armausschnitt ebenfalls freihändig mit Augenmaß verändert – es hat perfekt funktioniert. Ich liebs.
Meine Jacke sollte unbedingt Po bedeckend sein. Ein kurzes Modell habe ich im Schrank und fühle mich damit nur mäßig wohl. Fündig wurde ich mit dem SM für einen Parka aus der Burda Style aus 08/2015 Modell 102.
Klar das ich die Länge gekürzt habe. Statt einer Kapuze bastelte ich einen Kragen. Die Kapuze kam mangels Stoff nicht in Frage. Das Einnähen des RV war meine persönliche Hürde. Obwohl ich mir vorab sicher war, dass der Obertransportfuß hier wohl die einzig richtige Wahl ist, habe ich ganz selbstverständlich den RV – Fuß verwendet. Das Ergebnis seht ihr nachfolgend mit vielen Beulen. Selbstverständlich gab es eine zweite Runde, dann mit den Obertransportfuß und ohne Beulen. Der Stoff ist im Übrigen leicht elastisch und ich habe sämtliche Nähte mit einer Microtex Nadel genäht. Die gesamte Jacke hat ein Innenfutter bekommen.
Die Jacke wird vermutlich nur bei Kälte getragen. Kann sein, das sie fürs Laufen zu weit ist, zumindest im Vorderteil. Ob ich es bereut habe? Natürlich nicht. Ich finde sie zumindest wie hier auf den Fotos festgehalten, ziemlich cool. Wegen der leicht überbelichteten Jackenbilder haben wir noch nachträglich an meiner üblichen Laufstrecke Bilder gemacht. Ergänzend zeige ich euch noch meine neuen Laufsachen in Kombination mit dem Windhemd Selma. Näheres zu diesem Schnitt lest ihr gern hier. Auch nach Jahren kann ich euch dieses Schnittmuster ans Herz legen. Geht ja nicht nur für Sport, sondern passt auch fantastisch zum Wandern ;).


So stelle ich mir mein Lauf – Outfit für die kommenden Wochen vor. Ich habe mich, zumindest für diese Momente, ziemlich wohl gefühlt. Wie sich vor allem die Shirts beim intensiven Training anfühlen werden, bleibt kurz spannend.
Aktuell bin ich mir nicht sicher, ob ich den Marathon finishen kann. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich allein in diesem Jahr über 5 Wochen pausieren. Etwas Zeit ist noch und ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ab jetzt alles nach Laufplan umgesetzt werden kann. Drückt mir gerne die Daumen oder noch besser, kommt nach Berlin und feuert mich an. Aber Achtung, das Zuschauen kann ggf. ansteckend sein :).
Beim heutigen Me Made Mittwoch gibt es bestimmt ganz viel „Spring- and Summervibes“. Ich freue mich dabei sein zu können und nehme mir fest vor, alle Beiträge der Kreativen zu sichten (auch endlich die der vergangenen Treffen).
Vielen lieben Dank an das Team von MMM. So schön das es euch gibt.
Herzlichste Grüße
Birgit






























