…usually several times a week.
Recap.
Reiszeitraum: 28. Oktober bis 13. November 2025
In meinem allerersten Japan-Post hatte ich von unserem Wunsch auf ein Wiedersehen geschrieben. Nur 19 Monate später saßen wir erneut als Passagiere der Japan Airlines mit dem Ziel Tokyo/Narita im Flugzeug.
Bei dieser Reise waren wir allein auf uns gestellt und begannen unsere Planung mit wirklich viel Vorlauf. Während mein Mann viel Wichtiges über You Tube „inhalierte“, begann ich mit täglichen Übungen der englischen Sprache und ansonsten der Vorbereitung meines ersten Marathon. Mein Mann recherchiert zur Weiterreise ab Narita, suchte nach örtlich perfekt gelegenen Unterkünften, erforschte alles Wissenswerte zum Buchen der Shinkansen und steckte mich hin und wieder mit seiner unglaublichen Vorfreude an.
Vorweg: Die zeitintensive Recherche meines Mannes hat sich in jeglicher Hinsicht gelohnt. Ich war unglaublich beeindruckt, wie nahezu professionell unsere Weiterreise ab Narita lief, wie logistisch nahezu perfekt unsere Hotels lagen und auch die vorab gebuchten Tickets für die Shinkansen schenkten uns wertvolle Zeit vor Ort.
Unsere Reiseroute zur allgemeinen Übersicht:
5 Nächte Tokio, 4 Nächte Osaka, 4 Nächte Kyoto und nochmals 3 Nächte Tokio
Zuerst Tokio – weil wir hier etwas vertraut sind
Ich war zunächst überhaupt nicht begeistert, dass wir beide Tokio – Aufenthalte im gleichen Hotel, im Stadtteil Minato, gewählt hatten. Mein Mann bestand aber darauf. Ich sag,s euch: Es war genau gut so. Mit Vorfreude reisten wir nach unserer kleinen Rundreise in dieses Hotel in Tokio zurück. Es war direkt vertraut, vom guten Frühstücks Buffett bis zur routinierten Nutzung der Öffentlichen. Dass wir während unserer Reise einen Koffer vor Ort (ohne Aufpreis) belassen durften, war ein überraschender und willkommener Service. Um auch wirklich gut schlafen zu können, beendeten wir den Tag mit einem Spaziergang um,s Eck.
(einer der wichtigsten Besorgungen, direkt in Narita, fußläufig von der Station zum Hotel, unser Ausblick, ein erster Shrine Besuch beim abendlichen Spaziergang)
Die erste Nacht war gut, der mangelnde Schlaf während des Nachtfluges war garantiert hilfreich. Zur Einstimmung unserer Reise wollte wir mit einem uns bekannten Stadtteil beginnen – Asakusa – historisches Herz von Tokio. Ohne Ziel schlenderten wir glückselig auf bekannten Straßen, staunten über Neues, kauften erste Souvenirs und fanden den ersten Eki – Stempel für gerade erworbene Sammelhefte. Noch zu Hause hatten wir uns vorgenommen, unsere Reiseroute mit Stempeln als Andenken unserer Japan-Reise festzuhalten.
Wie sehr uns das Sammeln der Stempel begeistern würde, hätten wir selbst nicht für möglich gehalten. Manchmal entdeckten wir die Eki – Stempel zufällig, hin und wieder blieb unsere Suche vergeblich und immer wieder kostete es uns Überwindung, an Tempeln und Shrinen nach den begehrten Goshuin-Stempel zu fragen. Wenn unser Mut belohnt wurde, dann freuten wir uns wie Kinder. (Nicht immer ist direkt sichtbar, ob es überhaupt Goshuin gibt.) Wenn diese persönlich eingetragenen kunstvollen Goshuin dann noch kalligrafisch ergänzt wurden, waren wir überglücklich.
Was wir leider nicht wussten, was aber unsere Freude über unsere Bücher nicht schmälert: Eki – Stempel und Goshuin gehören nicht in ein gemeinsames Sammelheft. Es kann euch passieren, dass der Goshuin verwehrt wird, weil er eben auch spirituelle Bedeutung hat. Die spirituelle Bedeutung ist eben der Grund, warum diese gesondert gesammelt werden sollen. Nun ja, für uns sind sie ein Reisetagebuch in Kurzform. Wir bereuen daher nichts :). Warum wir dennoch 2 Bücher haben? Eines haben wir für unser großes Enkelmädchen „reserviert“.
Asakusa – der gelungene Einstieg unserer Reise zu zweit. Lediglich der Ruhetag unseres Lieblingsrestaurant aus dem vergangenen Jahr hat uns kurz enttäuscht, war aber genau der Grund, Asakusa zum Ende der Reise noch einmal aufzusuchen.
Nach Asakusa wollten wir den Tag in Tokios exklusiven Einkaufsviertel – Ginza – ausklingen lassen. Auch diese Gegend war uns aus dem ersten Japan Besuch bekannt. Unsere Reise mit dem Besuch bekannter Orte zu beginnen, gab uns ein gewisses Maß an Selbstvertrauen. Immer wieder stand zuvor die Frage im Raum, ob wir uns zurechtfinden werden. Denn während unserer ersten Reise durften wir uns entspannt „zurücklehnen“ und brauchten nur unseren Kindern folgen. Wir waren auch sicher, dass wir dennoch Neues entdecken werden. So geschehen auf dem Ginza Six (ein exklusives Einkaufszentrum). Hier hatten wir bei unserer ersten Reise köstlich gespeist, aber erst jetzt den großen Dachgarten entdeckt. Vieles erinnerte uns auch hier an unsere erste Reise und sorgte für ein gutes Gefühl.
Für den Folgetag hatten wir uns vor langer Zeit einen Zeit Slot am frühen Nachmittag für das teamLab Planets gebucht. Den Vormittag nutzten wir für einen Spaziergang zum Sengaku-ji Tempel und schauten uns die Grabstätten der 47 Ronin an. Zumindest meinem Mann waren sie ein Begriff. In unmittelbarer Nähe lag außerdem der Takanawa Shrine und wurde somit auch gleich aufgesucht. Nur wenigen Schritte abseits großer Verkehrsadern liegt plötzlich Weihrauch in der Luft und eine angenehme Stille lädt zum Innehalten ein – das ist Japan.
Anschließend fahren wir zum ersten Mal in einen „neuen“, uns unbekannten Stadtteil – Toyosu. Das Kunstmuseum liegt an der Bucht von Tokio. Mein Mann navigierte uns perfekt durch Tokios Stationen. Wir wissen zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass wir uns im gesamten Urlaub nicht ein einziges Mal verfahren werden.
Ob uns teamLab Planets beeindruckt oder werden wir wegen des vorangegangenen Besuches von teamLab Borderless eher gelangweilt sein? Nach einer kurzen Wartezeit stehen wir fast knietief im Wasser, sind entsprechend überrascht und natürlich erneut fasziniert. Die Bilder stellen nur einen winzigen Teil der Ausstellung dar, um möglichst wenig zu spoilern.
Noch vor Ort suchen wir nach einem Café und landen überraschend bei „Blue Bottle Coffee“ Toyosu. Diese Kaffeesorte hatten wir beim letzten Mal kennen und lieben gelernt. Mit einer Siebträger im eigenen Haushalt wird eine gute Bohne wirklich wertgeschätzt und unbedingt als Souvenir mitgenommen :). Wir genießen unser Heißgetränk, die Sonne und die Tatsache erneut in Japan zu sein.
Und weil wir noch nicht genug hatten, wählten wir für den Abend den uns bereits bekannten Stadtteil Shibuya aus. Ihr wisst schon, der Stadtteil mit der berühmten Kreuzung (Shibuya Crossing) und den unfassbar vielen Menschen. Mein Fazit: Hier muss man nicht mehrmals gewesen sein. Der Spirit aus dem vergangenen Jahr war verflogen – zu laut – zu voll – zu übertrieben.
Unser nächstes Highlight wurde bereits von zu Hause aus gebucht. Wir werden mit einem Reisebus in die Nähe des Mount Fuji fahren. Unsere Erwartungen an diese Tagestour sind nicht hoch. Unser einziger Wunsch: Den Fuji aus der Nähe zu sehen. Es soll regnen, d.h. wir haben wenig Hoffnung. Dass unser Guide viel zu spät kommt und wir dann auch von ihm gezwungen werden, unsere Plätze unbegründet von der zweiten Reihe nach sehr weit hinten zu tauschen, lässt uns wirklich schlecht gelaunt die Tour beginnen.
Der erste Zwischenstopp ist der – Oishi Park am Lake Kawaguchiko – mit Blick auf den Fuji. Abseits der vielen Touristenströme finde ich eine kleine zauberhafte Bäckerei. Es duftet köstlich und ich kann nicht ohne Gebäck zu kaufen gehen. Weiter ging es zu einem „Instagram Spot“ – einem Lawson mit dem Fuji im Hintergrund. Wir blieben im Bus, weil der Fuji durch tief hängende Wolken verdeckt war. Lasst euch von den folgenden Fotos nicht täuschen….es war wirklich Massentourismus und für Fotos ohne Menschenmengen mussten wir kreativ sein.
Es folgte der eigentliche Höhepunkt unserer Reisebuchung. Die Chureito Pagode mit dem Fuji im Hintergrund, unzählige Mal auf Social Media bewundert. Diesen Anblick wollten wir zu gern in live genießen. Der Anstieg zur Pagode war sportlich und dennoch ein willkommener Ausgleich. Bilder mit möglichst wenigen Touristen waren unser Ansporn. Die Besuchermengen waren zum Glück überschaubar.
Anschließend besuchten wir noch den im selben Ort befindlichen Instagram-Spot – die menschenleere Straße, welche optisch zum Fuji führt. Diese Bilder mag ich sehr. Hier hätten wir gern länger verweilt und auf das Nachfolgende verzichtet.
Über den Stopp zum Lunch und dem nachfolgenden Ort – Oshino Hakkai – gibt es nicht einmal Fotos. Weshalb der Anbieter so ein schlechtes Restaurant wählt, können wir nicht nachvollziehen.
Oshino Hakkai – ein touristisch überfüllter Hotspot mit strohgedeckten Häusern, Teichen und Souvenirständen – wer,s mag… . Den Mount Fuji auf eigene Faust mit den Öffentlichen zu besuchen, hätte von Tokio aus mit einer Übernachtung erfolgen müssen. Wir wussten zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht, ob wir so mutig sein würden. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir es uns zutrauen dürfen:).
Vor uns liegt nun noch ein ganzer Tag Tokio, bevor wir in Richtung Osaka starten. Der Jetlag hält sich hartnäckig, ich zumindest bin morgens ziemlich gerädert. Mein Mann verkraftet die Zeitverschiebung scheinbar besser.
Wir beginnen mit einem Spaziergang zum Tokio Tower. Die Tickets hatten wir spontan vor Ort und auch kurzfristig gebucht. Alles in allem eine runde Sache. Während mein Mann mit der Bahn (wir hatten Wäsche in der hoteleigenen Waschmaschine) zurückfährt, plane ich noch einen Besuch am Shrine ein. Immerhin wollen wir die Bücher mit möglichst vielen Stempeln füllen und eigentlich ging der Weg zurück nur geradeaus. Eigentlich…
Den Shrine finde ich, aber dann wurde es wild. Tatsächlich hatte ich mich verlaufen. In Panik verfalle ich nicht, denn mit Google Maps sollte ich zurück finden. Es war ein sehr langer Rückweg und dennoch freue ich mich über das unbekannte Straßenbild und den lecker spontan entdeckten Smoothie. Überrascht erkenne ich irgendwann meinem Mann von Weitem und bin dann doch etwas erleichtert.
Danach fahren wir in den Stadtteil Nikonbashi und sind ziemlich begeistert über dieses Fleckchen Tokios. Beginnend mit einem hipster Café mit köstlichen und ausgefallenen Bohnen, über Kaufhäuser mit ausschließlich japanischen Waren, einer tollen Skyline und dem Pikachu – Store, für die wichtigsten Mitbringsel überhaupt.
Herzerfüllt von unseren ersten 5 Tagen geht es am nächsten Morgen weiter nach Osaka, absolutes Neuland für uns. Wir werden in einem buddhistischen Hotel nächtigen und sind ziemlich gespannt.
Bis bald mit Teil II,
liebst Birgit





















































































