Bei Temperaturen von 5 Grad waren wir wegen der Fotos unterwegs. Inzwischen hängt die Kleidung wieder im Schrank und wird wohl auch zu Ostern nicht ausgewählt werden. Sehr schade, ich mag es nämlich sehr und bin auch echt bereit für Frühling.
Die Stoffe hatte ich bereits im vergangen Jahr mit dem Gedanken gekauft, dass sie in meinem Stofflager überwintern werden. Ich hatte bereits ausreichend neue Kleidungsstücke genäht und gedanklich mit neuer Sommerkleidung abgeschlossen. Mit dem Umlagern meiner nicht vernähten Winterstoffe und dem Sortieren der Frühlings- und Sommerstoffe war klar, dass ich diese Stoffschönheiten zuerst vernähen möchte. Nur kurzfristig kam die Idee eines pinkfarbenen Hosenanzugs zur Taufe dazwischen. Direkt nach der Taufe begann ich mit den Überlegungen zu beiden Stoffen. Den mintfarbenen Baumwollstretch hatte ich für eine Hose gekauft und den Papageienstoff in großzügiger Menge ggf. für ein Kleid. Erst jetzt viel mir auf, dass die Papageien in der Stoffbreite ab der Hälfte auf dem Kopf standen. Mir blieben folglich jeweils ca. 70 cm der Breite und Vorder- und Rückenteil müssten entgegengesetzt zugeschnitten werden. Zumindest musste ich nun nicht mehr nach einem Kleid Ausschau halten.
Natürlich gibt es unzählige Schnittmuster für Blusen und es werden auch immer noch neue designt, aber so richtig überzeugt hat mich nichts. Dann kam mir der Gedanke, dass ich in meiner Sommertunika aus dem vergangenen Jahr eigentlich gewohnt habe. Warum nicht noch ein weiteres Modell, eines gehackten Hopewovendress? Aufgrund der großzügigen Menge Stoff konnte ich den Papagei in Vorder- und Rückenoberteil gut platzieren. Für den Ärmelabschluss wählte ich hier ein Beleg, also keine Rüsche. Ich wollte den großzügigen Rest dann doch nicht in einer Rüsche verarbeiten. Auf den rückwärtigen oberen Schlitz habe ich verzichtet, weil er überhaupt nicht notwendig ist. Der Ausschnitt ist wirklich groß genug um es über den Kopf zu ziehen. Die Bluse habe ich mit französischen Nähten verarbeitet.

Nun zur Charlotte. Das Schnittmuster von Anja von primepattern (gekauft bei Makerist) hatte ich bereits im November 2021 einmal umgesetzt und hier veröffentlicht. Charlotte war nicht nur 2021 die Zweitplatzierte. Ich habe diese Hose auch 2022 nur selten getragen. Neulich, geschuldet dem Mangel an geeigneter Unterbekleidung, griff ich zur Charlotte…und habe sie erst nach dem ersten Fleck wieder abgelegt. Liebe auf den zweiten Blick, vermutlich. Dennoch wollte ich Charlotte ein wenig verändern.
Unbedingt sollte die neue Hosen tiefe Bundfalten bekommen und die Hosenbeine sollten nach unten etwas weiter sein. Die Leibhöhe wollte ich etwas verkürzen, d.h. die Hose sollte nicht ganz in der Taille sitzen. Für eine entsprechende Weite schnitt ich die vordere Mitte des SM auf verschob beide Teile jeweils 3 cm nach außen. Um die Leibhöhe zu reduzieren habe ich in mein SM eine Falte von insgesamt 3cm (siehe Foto unten) eingelegt. Nach unten habe ich die Vorderteile auf beiden Seiten ca. 2cm verbreitert. Ich hatte keine Ahnung ob es funktionieren würde. Von der Länge habe ich 15 cm weg genommen, da die Hose unbedingt über dem Knöchel enden sollte.
Das hintere Hosenbein habe ich nicht verändert. Hier fand ich die Weite bereits angemessen. Beim Nähen von Hosen halte ich mich grundsätzlich nicht an die Anleitung. Ich beginne immer mit den Taschen der Vorderteile und nähe im Anschluss den RV ein. Das Einnähen vom RV habe ich vor einiger Zeit mal als Reel auf Instagram veröffentlicht (falls sich hier jemand dafür interessiert).
Schon nach der ersten Anprobe war ich mir sicher, dass mein Plan aufgehen wird. Die Seitennähte habe ich zunächst provisorisch zusammengenäht. Ich musste nichts ändern und konnte die Seitennähte wie zugeschnitten schließen. Penibelst achte ich grundsätzlich auf die Kniepunkte. Wenn diese nicht exakt übereinander liegen, drehen die Seitennähte weg. Trotzdem gibt es Schnittmuster, die diese Punkte nicht enthalten. Für mich nicht nachvollziehbar.
Passend zur Hose habe ich meine dritte Anna genäht. Von dem Schnittmuster habe ich hier bereits geschwärmt. Das Halsbündchen ist mir hier schon fast perfekt gelungen 🙂 Der Stoff ist ebenfalls aus meinem Lager, gekauft im vergangenen Jahr. Stoffabbau läuft also auch.
Tatsächlich habe ich mich im Auto umgezogen. Die Fotos haben wir zwischen Eier kaufen auf dem Land und dem Ostereinkauf geschossen. Himmel war das kalt…
Meine Tochter ist großer Fan meiner neuen Kleidungsstücke. Es gab ganz besondere Komplimente. Sie hat mich bei unserem heutigen Spaziergang ergänzend fotografiert. Sie hat es einfach auch drauf 🙂 Ganz früher wollte sie nämlich Fotografin werden.
Mit dem Besuch der vier Frankfurter geht es hier seit gestern turbulent zu. Zwei Enkelmädchen beanspruchen unsere gesamte Zeit. Wir genießen es in vollen Zügen. Nun springe ich entsprechend spät zum Me Made Mittwoch. Dort begrüßt uns Ina vom fitzladen in einem sportlich schicken Outfit. Das wäre auch na meinem Geschmack 🙂 Den Laufsteg werde ich dann erst ab Ostersonntag genießen. Dann wird es hier nämlich wieder still. Habt alle ein schönes Osterfest im Kreise eurer Familien. Abschließend ein herzliches Dankeschön an das Team von Me Made Mittwoch. Ihr tragt maßgeblich an der wachsenden virtuellen Nähszene bei.
Liebste Grüße
Birgit














