Bereits Weihnachten 2017 gab es die „Save the Date“ Karten vom zukünftigen Brautpaar. Damit stand auch sofort fest, dass ich mir mein Outfit selber nähen werde. Hach wie toll fand ich das Gefühl, ganz viel Zeit bis zum 03.08.2019 zu haben. Ganz entspannt Stoffe auszusuchen, unendlich viel Zeit das konkrete Schnittmuster zu finden um dann ganz in Ruhe an der Nähmaschine zu sitzen.
Tatsächlich habe ich erst zwei Wochen vor der Hochzeit endgültig entschieden, was ich mir konkret nähen werde. Kennt ihr, oder?
Mein erster Gedanke war ein Jumpsuit, zum einen weil ich dieses Kleidungsstück sehr gerne trage und der Jumpsuit 2019 zum It-Piece gehört.
Allerdings wollte ich keines meiner bereits genähten Schnittmuster verwenden und damit begann auch die Herausforderung. Die Suche stellte sich als äußerst schwierig heraus, so dass ich den Jumpsuit als Hochzeitsoutfit abwählte und ein langes Kleid für geeigneter hielt. Hier gab es jedoch das gleiche Problem. Ich fand einfach nicht das perfekte Schnittmuster. Zwischenzeitlich fiel mir eher spontan ein Stoff in die Hände, der mir auf Anhieb gefiel. Eigentlich war mein Plan, den Stoff auf dem großen Holland Stoffmarkt zu kaufen. Schließlich hatte ich dort auch den Stoff für mein Kleid zur Hochzeit meiner Tochter gefunden. Wichtig bei der Stoffwahl war, dass er auch für meinen Mann verwendet werden kann. Weiteres Kriterium, er darf nicht zu hell sein, nicht schwarz und nicht rot. Der Stoff im örtlichen Geschäft erfüllte eigentlich alle Voraussetzungen. Lediglich die Materialzusammensetzung hätte hochwertiger sein können. Dennoch kaufte ich reichlich Meter, um alle Varianten abdecken zu können und auch noch großzügig Stoff für meinen Mann übrig zu haben. Was wenn auf dem Stoffmarkt nichts zu finden ist?
Der vorhandene Stoff machte im Übrigen die Suche nach DEM Schnittmuster nicht leichter. Der Mitte Juni besuchte Stoffmarkt war ernüchternd und beruhigend zu gleich. Meine vielen Meter sollten somit zum Einsatz kommen. Die Hoffnung, vielleicht in unserem Urlaub in Kroatien zur endgültigen Lösung zu finden, erfüllte sich nicht. Mit Rückkehr blieben mir noch genau drei Wochen bis zur Hochzeit. Es musste also eine Entscheidung getroffen werden, welche ich, inzwischen auch mit Abstand betrachtet, nicht eine Sekunde bereut habe.
Nochmals ging ich meine Burda Style Sammlung durch und suchte nun ganz gezielt nach einem Overall bzw. Jumpsuit – Schnittmuster, wünschenswert das Oberteil als Neckholder und damit rückenfrei. In der Ausgabe 06/2015 wurde ich mit Modell 119 fündig. Dieses kam meinen Vorstellungen besonders nah. Dass es eigentlich für große Frauen vorgesehen ist, war inzwischen nicht mehr wichtig.
Regelrecht euphorisch begann ich mit dem Zuschnitt. Da ich aus Zeitgründen nicht viele Versuche übrig hatte, schnitt ich zuerst das Oberteil zu, konkret das Büstenteil mit Bindebändern. Erst wenn dieses perfekt passt, sollte alles Andere folgen.
Es waren einige Anpassungen erforderlich, u.a. gab es einen Abnäher in etwa oberhalb der Brust. So lagen die Seiten sehr schön an und ein reinschauen war nicht mehr möglich. Außerdem habe ich im oberen Bereich die Träger verschmälert. Es war mir einfach zuviel Stoff. Um den Stoff mehr Festigkeit zu geben, habe ich die Büstenteile mit Bindebänder, die Vorder- , Seiten- und Rückenteile mit Vlieseline beklebt. Natürlich wurde das Ganze auch abgefüttert und weil mir so viel Stoff zur Verfügung stand, das Ganze auch mit dem selben Stoff.
Mit jeder Naht wurde ich glückseliger. Stoff und Schnitt schienen gut zu harmonieren. Das Unterteil war dann auch keine großartige Herausforderung und brauchte auch nicht geändert werden. Insgesamt wollte ich einen lockeren, körperumspielenden Fall. Um den Jumpsuit eng anliegend zu nähen, war mir der Stoff zu fein (dünn- aber nicht durchsichtig). Den Nahtreißverschluss habe ich ins Rückenteil gelegt. Es war keine Kunst zur Toilette zu gehen. Ganz entspannt habe ich den RV erreichen können 😉
Und da ich mich spontan für Silikon entschieden habe, brauchte ich keine Angst haben, dass der BH Verschluss zu sehen ist 😉 Im Übrigen eine großartige Erfahrung, welche ich empfehlen kann.
Was soll ich sagen, ich fand mich nicht nur wunderschön und passend zur Hochzeit gekleidet, ich fand auch meinen Mann an meiner Seite einfach perfekt. Weil ich diesen Post bei Me Made Mittwoch verlinken möchte, gibt es zur Weste meines Mannes und zum Binder einen separaten Blogpost.
Abgerundet habe ich mein Outfit mit einer schnell genähten Clutch, angelehnt an einen Schnitt aus der Burda Style. Das gesamte Material war vorhanden und die Clutch war super schnell genäht.

Ach eins noch, meine Schuhe hatte ich zur Hochzeit meiner Tochter gekauft. Was war ich entzückt als ich feststellen musste, dass die Farbe perfekt zum Stoff passt.

Von daher bis ganz bald
und mit lieben Grüßen
Birgit
Herzlichen Dank an die Macher dieser Party. Ich weiß eure Mühen sehr zu schätzen und ich bin auch auf die vielen Gäste in ihren Outfits gespannt.




